>>Lebensmodellabenteurer. Auch „zuhause“ hört es nie auf.

Zur Zeit setze ich mich mit den größten Abenteuern auseinander, die mir mein Leben nur bieten konnte. Größer, als eine Fahrt in die Wüste, eine aufreibenderen Herausforderung, als das Tauschen von Motoren oder einem Achsbruch in der totalen Einsamkeit. Denn auch, wenn daraus im Nachhinein die besten Lagerfeuergeschichten entstehen – der Stoff, aus dem Helden gemacht werden; der klassische Kampf mit den Elementen – sind dies nun für mich die eher kleineren Schwierigkeiten. Mit technischen Problemen kam ich schon immer gut klar. Mein rationaler Verstand erkennt Strukturen in meiner Umwelt, agiert als logischer Operator in deren erkennbaren Gesetzmäßigkeiten, weiß um meine Bedürfnisse, welche ich scheinbar befriedigen möchte. Er redet unablässig als Stimme in meinem Kopf in mir, entwirft Pläne, zweifelt an Ergebnissen meiner Handlungen, zwingt mich zu hinterfragen und zu optimieren. Doch egal, wie gut es lief, und wo auf der Welt ich war, irgendwo war immer ein Haken zu finden. Es war immer etwas zu viel. Oder nicht genug. Ein Kritiker der eigenen Handlungen – strenger, als jede Meinung eines Außenstehenden.

Irgendwo in mir wusste ich wohl schon immer, warum eine Reise gut für mich sein sollte. Es zog mich weg. Ich folgte meinem inneren Ruf, den ich bis heute kaum erklären kann. Weg vom gewohnten Umfeld, hinein in eine Ungewissheit, die ich als Befreiung empfand. Tausende Kilometer von Deutschland entfernt fand ich einen Zustand in mir, welcher als „Leben im Moment“ die beste Beschreibung findet. Erst in der Rückschau konnte ich erkennen, welche Qualitäten das Gefühl einer Reise ausmachen: Ich war fokussiert und präsent. Gedanklich beschäftigte ich mich einzig und allein mit dem direkt vor mir liegenden Weg und seinen Herausforderungen. Weniger Vergangenheit. Weniger Zukunft. Und das ist bis heute so geblieben. Mehr oder Weniger. Mein kleines Geheimnis: Das Leben überrascht mich sowieso.

Die Probleme der Welt, meines Elternhauses, die Sorgen meines Umfeldes, die tausenden Wörter fremder, oder bekannter Menschen – die uns jeden Tag um die Ohren fliegen – Meinungen und kollektive Wahnvorstellungen gehörten auf Reisen nicht mehr in meinen Lebensrealität. Werbetafeln sind in anderen Ländern einfach ausgeblendet, da man sie sowieso nicht versteht. Ein Energiespardenkprogramm. Beobachterposition. Kennen viele Menschen gar nicht, die ständig im reagieren gefangen sind. Kann man üben. Überall.

Mein Kopf wurde klarer und sauberer, je weiter ich mich von meiner Vergangenheit entfernte. Klar, es gab immer noch Schwierigkeiten; die meisten aber „nur“ direkt vor meiner Nase und direkt gekoppelt mit dem Weg, den ich aktiv beschreiten wollte. Der sonst unablässige Strom von Daten und Informationen aus der Außenwelt versiegte nach und nach und legte einen inneren Raum frei, den ich vorher nie wahrnehmen konnte. Raum, in dem Neues entstehen kann, wenn alte Denkmuster langsam in die Dunkelheit des gesunden Vergessens entgleiten. Nein. Keiner muss warten, bis wieder Grenzen geöffnet werden; um zu sich selber reisen zu können. Und nein, es ist nicht nur leicht, eine innere Leere zu erkennen und mit ihr zu leben, die ständig mit Bespaßung und Substanzen gefüllt werden will.

Weitaus mehr, als tausende Steppenkilometer veränderten mich meine Weggefährt_innen. Und die sind ja immer und überall. Von jedem kann man lernen. Immer. Vorallem von denen, die uns erst einmal nicht in den Kram passen. Die, die uns zustimmen schwimmen im selben Teich. Doch ich möcht gern wissen, was in anderen Gewässern gewaschen wird. Ich lernte Dankbarkeit, Respekt, Demut, Schmerz zu empfinden, Gefühle zu akzeptieren und überhaupt erst zu spüren. Jenseits der kurzfristigen Trieb- und Konsum- und Unterhaltungsbefriedigung, welche mir antrainiert wurden (ohne, jemandem Schuld zuzweisen. Es ist nun einmal so).

Atmen. Die eigenen Gedanken beobachten, Gefühle fließen lassen und Menschen zuhören ist für mich heut erfüllender geworden, als die Suche nach technologischer Ablenkung. Kommunikationsprobleme lieben lernen. Die eigene Wirksamkeit erkennen – durch ausprobieren – hilft weiter, als so manches Antidepressiva.
Ich begann, meine Schalen abzuwerfen, welche ich jahrelang mit mir herumtrug, wie einen Schutzpanzer. Hier dürft ihr eine betrachten. Wenn das so weiter geht, bin ich irgendwann nackt. Nunja. so kamen wir ja auf die Welt. Dann später: Eingewickelt in krude Erwartungshaltungen, Beziehungsmustervorstellungen anderer Generationen und persönlichen Interessen, glaubte ich seinerzeit, dass eine sichere Liebesbeziehung die Grundlage eines stabilen Lebens darstellt und was ich tun müsste, um gut dazustehen.
Also tat ich alles für „die Beziehung“. Geld verdienen. Projekte angehen, umsetzen, Gewinne sinnvoll in die Zukunft investieren. Etwas aufbauen! Alles, was ich geben und gebrauchen konnte. Für meine Vorstellung, wie eine Partnerschaft und mein Leben auszusehen hat. „Männer“ haben laute Stimmen und denken ja so gern vor. Sie können auch sehr überzeugend sein. Zum Vorteil aller Beteiligten?

Ich wollte glücklich sein, musste dafür aber immer erst etwas tun. Unendlich entfernt leuchteten die glänzenden Ziele: endlich mal Gott nen guten Mann sein lassen und zufrieden ein Wochenende im Bett verbringen. Einfach mal zufrieden sein. Heute schreibe ich, weil ich gerade zufrieden bin, inklusive der Unvollständigkeit der Welt, die uns immer umgibt. Und gerade diese Unvollständigkeit enthüllt die Macht der Veränderung. Ich erkenne nun, dass Vieles von dem was ich glaubte, eher im Gegenteil zu finden ist, als ich anfangs annahm: Mein eigenes Leben bildet die Grundlage einer jeden Beziehung. Nicht: Die Beziehung ist mein Leben. Unabhängig davon, was ich als „Gegenleistung“ erhalte kann ich lieben und geben.
Ich bin mein Ankerpunkt – doch um das zu erkennen, mussten sich alte Ankerpunkte erst unter Schmerzen losreißen.

Teresa liebt es allein zu reisen. Ich liebe es, zu zweit zu reisen. Wenn eine andere Person nicht dem entspricht, mir nicht das gibt, was ich mir so vorstelle; warum dann unmütig reagieren? Egal wer und wann. Die Reaktion liegt ja in mir? Und wo kommt die her? Komme ich mit Groll im Herzen wirklich weiter?

Vielleicht ist die Frage gar nicht, was ich mir einbilde zu brauchen, sondern was der/die Andere braucht.
Aber dafür hatte ich selten Zeit.
Zu viele eigene Wünsche zum Umsetzen und Senf dazugeben im Kopf. Da kommt man nicht zum Zuhören oder Verstehen.
Jetzt hab ich mehr Zeit, als ich mir gewünscht hatte. Haben die Weisen nicht schon immer gesagt, dass Liebe Loslassen bedeutet und mehr aus Geben besteht? Schöne Kalendersprüche, aber wirklich gelebt, sieht die Antwort meist erstmal anstrengend aus. Doch die Arbeit lohnt sich. Ein Beispiel?
Ich wurde in einer Beziehungswelt hineingeprägt, welche die Idealvorstellungen vermittelte, Beziehungspartner müssten immer füreinander da sein, alles würde miteinander abgesprochen. Genehmigungen wurden eingeholt, Verpflichtungen erteilt und Bedürfnisse gegenseitig befriedigt. Es war berechtigt, den Anderen für seine Zwecke einzuspannen, stille Gefolgschaft zu erwarten und grollen zu dürfen. Ein handlungsfähiges Team. Aus einer Verpflichtung heraus? Passive Agressivität und lieblos hingeworfene Phrasen gehören zur allgemeinen Sprachpolitik in „Liebesbeziehungen“. Und ich höre sie heute überall und kann nicht mehr schweigen. Konnte ich selber an mir zu oft beobachten: wenn etwas nicht meinen Wünschen entsprach mauerte ich, oder versuchte mich unantastbar zu machen, schlug zurück und verletzte absichtlich. Jeweils mit dem Ergebnis, dass sich jemand von mir entfernte, den ich eigentlich gern um mich haben wollte. Etwas positiver betrachtet, wollte ich einfach verstanden und geliebt werden. So, wie ich bin. Zum Beispiel mit einer „sicheren“ Partnerin an meiner Seite und manchmal mürrischem Verhalten meinerseits. Weil ich dachte, ich bin halt so.

Doch genau das war der gedankliche Käfig, den ich nie hatte bauen wollen. Abenteuer kann man in allen Richtungen erleben, wenn der Rand der eigenen Komfortzone erreicht ist und die Angst uns dennoch nicht abhält, den Weg weiter zu gehen. Wie frei kann man lieben? Muss sich ein anderer Mensch wirklich für mich einschränken, nur damit ich zufrieden bin? Kann ich ihm/ihr etwas Gönnen, auch wenn es mir selber schwer fällt es zu akzeptieren? Was ist das Leben anderes, als ein Abenteuer, vor dem man sich selber gern verstecken, und trotzdem gern die Rosinen rauspicken würde?

Ich lebe jetzt mit der bezauberndsten Frau zusammen, die ich mir vorstellen kann. Jetzt. Wichtig zu erwähnen. Ein Leben im Moment findet Jetzt statt. Nicht, in einer imaginären Zukunft, welche sicher ganz anders kommt, als wir uns vorstellen, wenn wir mal ehrlich sind. Sicher, man kann Ziele mit großem Energieaufwand erreichen, tagtäglich dafür schuften. Doch was ist das rein pragmatische Ziel einer jeden Handlung, eines jeden Menschen? Lust herzustellen. Oder Unlust zu vermeiden. Alle hier draußen, geben ihr Bestes um sich ein gutes Leben aufzubauen. Um glücklich zu sein – in den Möglichkeiten, die ihnen gedanklich zur Verfügung stehen. Glück findet man heutzutage zumeist im Schaufenster, in Häusern und Kreditverträgen und stets in anderen, die etwas tun sollten. Nie jedoch, in sich selbst. Was für eine kollektive Fehleinschätzung der eigenen Bedeutsamkeit. Die die Umwege, die ich für mein eigenes Glücklichsein beschritt, sind einfach viel zu abstrus und augenscheinlich, als dass ich sie erwähnen müsste. Stichwort: Motoren.
Und gleichzeitig konnte ich mit meinem Scheitern andere motivieren. Interessant.

Taktisch runtergebrochen entscheiden wir nur aus Liebe, oder aus Angst. Davon bin ich jedenfalls überzeugt. Echte Entscheidungen aus Liebe sind heutzutage seltener anzutreffen, als zerquetschte Insekten auf der Windschutzscheibe nach einer Autobahnfahrt. Doch das muss sich ändern. Wäre da nicht ein Geist im Feld, der stets verneint (um mit Goethe ein wenig darauf hinzuweisen, WIE alt die selben Thematiken schon immer sind. Anfänglich als „der innere Kritiker“ bezeichnet), würden wir wohl ein wenig netter zueinander sein und uns nicht andauernd für unsere Taten gegenseitig be/verurteilen.
Der Geist der Gesellschaft, der Konvention, der Anpassung. Angst, nicht zu gefallen, nicht geliebt zu sein, etwas darstellen zu müssen, damit keiner auf die Idee kommt, man sei ja auch nur ein Mensch, der sich fragt, warum er/sie überhaupt hier ist. Denn ernsthaft. Worum geht´s in diesem Spiel? Oder besser: Was ist Leben überhaupt? Habt ihr wirklich eine übezeugende Antwort? Die würde mich interessieren. Denn ich hab noch keine gefunden und mir konnte noch nie jemand mehr als eine hochwissenschaftliche Theorie dazu anbieten. Doch irgendwo da draußen spüre ich, das Leben nicht erklär- und erlernbar, nur erlebbar ist. Und irgendetwas hat das mit Hingabe zu tun.

Da das Warum und Weshalb hinreichend von Wissenschaftlern untersucht, doch aber niemals endgültig geklärt wurde, gab es schon immer Menschen, die nicht warten wollten und einfach losgingen (Heerscharen von Wissenschaftlern werden noch durch die neonbeleuchteten Korridore der Universitäten wandeln, um dem Spiel auf den Grund zu kommen. Schätzungsweise bis zum Ende der Zeit). Mit meiner Zeit habe ich dann halt Sachen über mich herausgefunden beim durchschreiten der Level (Cheat: „godmode“ ausprobiert: leider betrügt man sich damit nur selbst. Macht keinen Spaß und man hat wenig Freunde):

– Achsbrüche in der Wüste haben mich existenziell berührt, aber wirkliche Angst lernte ich erst kennen, als ich auf mich allein gestellt war. Ohne einen Menschen, der mir die Last abnahm, mich selbst zu spüren. Zuhause.

– es ist scheinbar nicht die Liebe, die mich leiden lässt, wenn ich einen Menschen unbedingt in meiner Nähe haben möchte, diese/r das aber nicht möchte

– Geld kommt aus einer Quelle. Es wird mehr, wenn man sich teilt und gibt, was man selber gern haben möchte

– Probleme lösen sich von selbst, wenn man mal keine Ratschläge gibt sondern gute Fragen stellt.

– Alles verändert sich kontinuierlich. Das ist die einzige Konstante.

Teresas und meine Geschichte geht tiefer, als wir je in einem Film erklären könnten. An ihr durfte ich lernen, dass Freiheit nicht in der Mongolei zu finden ist, sondern eher in der Frage: Was wollen wir eigentlich gerade miteinander erleben? Wir sind von Grund auf unterschiedlich. Definitiv nicht heteronormativ und nicht nur in einer exklusiven Zweisamkeit gebunden. Für mich dennoch: Normal, mit meiner Liebsten zusammen zu wohnen. Nun haben wir zwei getrennte, rollende Wohnungen. Nichts greifbar Materielles hält uns mehr aneinander. Schwindelerregend.
Nun habe ich gelernt, wie gut es sich anfühlen kann, nicht gebunden zu sein und sich dann freier agieren zu können.
Sie entscheidet über ihren eigenen Lebensweg und der geht manchmal auch in Richtungen, die mich schwer kämpfen lassen. Hier läuft vieles entgegen dem, was ich dachte kennenlernen zu wollen. Ach nee. Ich hatte das Leben ja gebeten mir zu zeigen, was Liebe überhaupt ist.

Seit zwei Monaten nun verbringt Teresa den Winter in südlicheren Gefilden, um sich selbst besser kennen zu lernen, ihre Pläne nur mit sich zu machen und mal nicht nach irgendwem schauen zu müssen. Davor hatten wir schwierige Zeiten. Ich dachte immer, Beziehungen würden darauf anbauen, dass man einander braucht. Ich „brauchte“ sie gern.

Sie braucht Lernen, Tauchen, Yoga und ihre Ruhe. Eine leichte Diskrepanz in den Bedürfnissen wie ich schmerzhaft erfahren durfte. Nicht die angedachten drei Wochen, sondern spontan drei Monate. Plus Minus. Nachdem ich mich schon auf ihre Rückkehr gefreut hatte, doch noch eine Verlängerung. Da rebellieren die inneren Kinder, fühlen sich nicht verstanden und wollen bocken. Warum stehe ich hinten an? Warum werde ich nicht eingeladen? Zweifel, ob man überhaupt noch eine gleichberechtigte Beziehung lebt, wenn ein Beziehungspartner allein einfach glücklicher scheint. Wie kommt man raus aus der Opferrolle des Zurückgelassenen ohne Struktur und Perspektive, neben einer Klarheit; die einschüchternd wirkt?

Nun kann ich nur wieder über mich lachen und es einfach von einer anderen Seite betrachten: Sie schenkt mir (oder zwingt mir auf – je nach innerer Gefühlslage) die Möglichkeit, mich mit meinen Problemen auseinander zu setzen: Warum tut mir das so weh? Und wie kann ich selber mit mir glücklich und zufrieden sein? Warum bin ich so abhängig? Was brauche ich wirklich, um mich erfüllt zu fühlen? Muss ich die ganze Zeit auf irgendetwas warten in meinem Leben? Nun kann ich mich langsam in vollen Zügen für sie freuen. Auch, wenn ich an ihrem Leben zur Zeit nur noch den Anteil nehmen kann, den sie mir zugesteht. War das jemals anders? Was hab ich mir da eingebildet? Wir sind Konterfei, Zahnräder, Magneten, die stets die richtigen Punkte anziehen und im jeweils Gegenüber etwas abstoßen. Diamanten die sich aneinander schleifen und erst durch allerlei Prozesse ihrer wirklichen Schönheit präsentieren. Sie ist Freiheit. Ich bin Bindung. Vielleicht zu schmalzig. Vielleicht gar nicht meine Worte sondern sondern nur aus psychologischen Lehrbüchern hergebetetes Wissen? Ich muss es ja wissen. Oder endlich mal spüren. Denn was passiert, wenn man mehrmals die Liebe des Lebens findet und doch immer wieder an die selben Punkte stößt? Da kann man Vergnügungen suchen, so viel man will. Nähe kann Angst machen. Menschen verändern sich mit der Zeit. Lieben freier. Es könnte jeden Tag vorbei sein.

Im Grunde genommen gehst du in jedem Moment deinen eigenen Weg, steckst Grenzen, an denen andere sich die Köpfe einrennen und Schmerzen empfinden. Im Sinne einer guten Zusammenarbeit? Aus Angst, etwas zu verlieren, was du nie besitzen konntest? Lasst uns das vergeben und Lösungen finden, statt Probleme zu erörtern.

Ich bin nicht hier, um jederfraus Erwartungen zu erfüllen. Ich bin nicht hier um ein Publikum zu erreichen. Ich bin hier, weil ich mich ausdrücken möchte und meine Stimme einen Kanal sucht. Jede/r hat die Macht mit Worten Welten zu bewegen und unermüdlich tun wir es. Ob wir wollen, oder nicht. Kommunikation steckt in jeder Bewegung. Selbst im Nicht-reagieren. Ich bin hier, um etwas über mich selbst zu lernen. Und was suchtet ihr im Leben so?

Oft rang ich mit mir: ob wir nicht doch zu unterschiedlich sind, und getrennte Wege einfacher zu beschreiten wären… Und doch wie immer nur: eine gedankliche Flucht.

Geh deinen Weg, wohin es dich weht. Sei frei und wild und unbestimmt.
Ich verlass mich ab jetzt auf mein eigenes Leben, nicht mehr nur auf dich.
Bin selber Säule und stütze mich.
Du zeigst mir, wo du hinwillst, ich folge dir. Oder Nicht.
Oder wir planen zusammen? Wir wollen doch ins selbe Licht?
Ich kann dir nichts beweisen, nur rausfinden, wer ich bin. Möglichkeiten bieten, doch eigentlich kriegst du alles alleine hin.
Ich versteh was du meinst. Ich hätte es mit mir auch nicht leicht. Doch, wenn es für ein schönes Leben reicht?

Wie sieht er aus, dein Traum? Hältst du ihn für mich, wegen mir im Zaum?
Dann sei dir gesagt, vergiss das Projekt, vergiss die Arbeit, vergiss, was mal war.
Eine alte Reise ist doch schon sehr zu gar.
Geh Schritte für dich und tu, was dir gut tut und lebe wunderbar.
Ich halts schon aus, was du verlangst und bin für dich da, falls du mal bangst.
Und was ich so brauche, muss ich selber erkennen. Mich zurückhalten, die Form zu benennen.
Wieder neu, auf Anfang die Uhr. Zeit steht still, wer bleibt hier stur?
Bin ich ehrlich zu mir selbst, würd ich niemals tauschen, egal, ob du mich hältst.

Ein Leben, hingegeben dem Moment. Innere Freiheit von all der schweren Welt. Wie kann das möglich sein? In dem man sein Umfeld hinter sich lässt und in die Stille geht? Ferne Reisen? Dauerhafte Praktiken? Ablenkung? In dem man schafft und produziert, Youtube Videos konsumiert?

Nope.

In dem man akzeptiert, was IST. Und negative Gedanken einfach mal in Ruhe lässt. Nicht streitet. Nicht kämpft. Nichts anderes will; als den Prozess kennenlernen.
Es wird von selber still.
Es klären sich viele Probleme von selbst, wenn man die Aufmerksamkeit einfach mal abzieht.
Danke, für die Möglichkeit dies zu lernen. Liebes Leben, liebste Teresa.

#VertraueninsLeben #Lifetrustcoaching
PS: Wie schon erwähnt geht es in meinem Leben um Kommunikation. Darin möchte ich besser werden und sitze nun das erste mal seit 13 Jahren – selbstgewählt – auf einer Schulbank. Wenn man schon in einem schön-schwierigen Umfeld lebt, warum dann nicht lernen besser zuzuhören und Menschen zu helfen, die nach Hilfe fragen? Nun probiere ich mich mal als Life Trust Coach und absolviere eine einjährige Onlineausbildung bei Veit Lindau (dieser Post war Teil einer Aufgabe: eine Woche mal nichts in sich selber und Anderen ändern wollen. Einfach mal alles lassen, wie es ist. Hab ich die Aufgabe nun zur Zufriedenheit erfüllt?)

Wintercamping

5 Gedanken zu „>>Lebensmodellabenteurer. Auch „zuhause“ hört es nie auf.

  • Februar 20, 2021 um 8:53 pm
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    Mein lieber Herr Lehmann, da hast du dir aber viel vorgenommen, zu viel … who knows. Also um es vorneweg mal deutlich zu sagen, ich kann mir Teresa als Coach vorstellen, aber bei dir bin ich mir da nicht so sicher.
    Mir sind viele deiner Gedanken und Erfahrungen bekannt, auch bei mir ist der Kopf meist woanders als der Körper und mit vielem unnützem Kram beschäftigt, auch ich habe mehr über mich auf Reisen herausgefunden und dieses Wissen noch nicht wirklich umgesetzt, deswegen interessierte mich dein Text ja auch. Auch ich will mich gerne ändern und übersehe dabei das Wesentliche, nämlich das ich das gar nicht brauche.
    Es gibt Menschen die gut reden können und Menschen die gut zuhören können, mir ist nie klar geworden warum man unbedingt dem einen das andere beibringen will. Der Sinn des Lebens ist doch das man in seinem Leben sein Potential voll entfalten kann, und das Potential eines Jeden ist doch jeweils woanders zu finden.
    Deswegen ist deine Selbsterkenntnis auch der richtige Weg, finde heraus worin du gut bist und fördere das. Du bist gut im Geschichten erzählen und dabei auch Gesellschaftskritik mit einzubringen, da kannst du ansetzen und das ganze weiter verfeinern.
    Zur Zeit als es nur Telegrafen gab waren Reisende immer willkommene Informanten, im Moment wo Deutschland leider eine üble politische Entwicklung nimmt, wieder mal, sind Reiseinformationen wieder eine willkommene Hilfe. Wenn du in Russland bist und dort mit den Menschen „redest“ dann wirst du wohl feststellen das diese die gleichen Wünsche und Träume haben wie wir Deutschen, ein ruhiges und erfülltes Leben zu leben. Wenn du das Erzählen kannst dann werden viele Daheimgebliebene vielleicht ein ganz anderes Bild über unsere Politiker entwickeln. Damit erreichst du mehr als mit Coaching, und das mit deinen eigenen positiven Eigenschaften. Besonders natürlich wenn deine beste Zuhörerin wieder mit dabei ist 😉

    Ich hoffe ich konnte damit deine Gedanken etwas sortieren, also auf zum nächsten Reiseabenteuer mit dem nächsten Motor.

    liebe Grüsse (natürlich auch an Teresa)
    ingo

    Antworten
    • Februar 22, 2021 um 11:07 am
      Permalink

      Hi Ingo, zu viel vorgenommen? Das ist mir bisher ja noch nie passiert 😉 Ganz lieben Dank für deine Worte. Ich bin mir auch nicht sicher, was ich bin und was ich kann – aber ich werde es herausfinden. Ich komme von dem Punkt, dass wir zu vielen (zu vielen) Prozent Prägung sind. Erziehung. Deshalb zieht bei mir der Satz nicht mehr, dass es Menschen gibt, die eher zuhören oder die eher reden. Ich weiß, ich gehöre zur zweiten Fraktion (eher meine Prägung) – hab aber durch intensive Prozesse auch das Zuhören gelernt. Teresa erging es andersherum und sie hat ihre Stimme gefunden. Meiner Meinung nach ist jeder Mensch Alles, wenn er/sie es entdecken will. Daher auch die Entscheidung noch besser kommunizieren zu lerenen um besser helfen zu können.

      Es geht nie darum, ob man sich ändern sollte oder muss oder das braucht. Den Sinn des Lebens gibt sich jeder selbst – daher lohnt es sich, die richtigen Fragen an sich zu stellen. Die Frage in meinem Leben ist „nur“: Wer will ich sein. Potentialenfaltung. Check. Und dazu darf man groß träumen und jeden Tag ein paar Schritte gehen, um theoretisches Wissen in Erfahrung umzuwandeln. So handhabe ich das. Und ich weiß innerlich gaaaaaaanz genau, worin ich noch besser werden möchte (der Kritiker hat ja auch seine Berechtigung 😉 )

      Liebe Grüße Martin 🙂

      Antworten
      • Februar 23, 2021 um 11:28 am
        Permalink

        Hallo Martin, vielen Dank für deine Antwort … aber … wolltest du nicht einfach mal nichts in dir und Anderen ändern wollen, oder ist die Woche schon rum ? 😉

        Dieses „jeder Mensch ist/kann alles sein“ klingt mir zu sehr nach einem neoliberalen Mantra. Das Ergebnis sieht man sehr schön in den „sozialen“ Netzwerken wo dies verbreitet wird, jeder kann das sein was er will führt letztendlich dazu das alle irgendwie gleich werden und damit natürlich auch leichter zu überwachen und zu steuern sind, genau das was du mit Prägung bezeichnest. Das auf Facebook und Twitter die vielen Ki Bots mittlerweile kaum noch von echten Nutzern zu unterscheiden sind liegt nicht an der guten Programmierung der Bots, sondern daran das sich die menschlichen Nutzer alle in eine Richtung bewegen und alle immer ähnlicher werden. Gegen diese Prägung von aussen hilft ja das Akzeptieren von dem was man ist, oder besser, das erstmal Herausfinden was man ist, deine Frage „Wer will ich sein“ trifft es genau.

        Um das mal auf Teresa und dich anzuwenden, wenn du dich mehr in Richtung Teresa bewegst und weniger redest und mehr zuhörst und gleichzeitig sich Teresa in deine Richtung bewegt und mehr redet dann bewegt ihr euch auf eine gemeinsame Mitte zu. Und genau das seit ihr dann auch, mittelmässig, ihr gebt jeweils eine Teil eurer Persönlichkeit auf. Wenn ihr stattdessen eure Eigenschaften akzeptiert dann wird es so sein das wenn Zuhören gefragt ist Teresa eher die führende Rolle spielt (z.B. beim Interview von Einheimischen), und wenn Reden gefragt ist wirst du eher die führende Rolle übernehmen (z.B. beim Überzeugen der Grenzpolizei das ihr harmlose Reisende seid und das Land bewundert um Einreisen zu dürfen 😉 ).

        Akzeptieren bedeutet ja auch seine Stärken, seine positiven Seiten, herauszufinden und besser zu nutzen. Dadurch schaffst du dir eine Basis der Zufriedenheit und das zieht dich automatisch in die richtige Richtung, damit wirst du auch deine Schwächen verringern, nur das du dir dessen nicht bewusst bist, das ist wirkungsvoller als die Schwächen direkt anzugehen. Und es stärkt deine Persönlichkeit, du bist schliesslich ein Herr Lehmann mit all seinen Stärken und auch Schwächen, und nicht mehr ein Herr Mustermann 😉

        Liebe Grüße
        ingo

        Antworten
  • Februar 22, 2021 um 9:18 am
    Permalink

    Hallo Martin,

    ich bin vor ca. 2 Wochen auf deine/eure Filme gestoßen. Ich danke euch dafür und freue mich sehnsüchtig auf den 3ten Teil, da ich erhoffe bekannte Orte zu sehen und wieder etwas zu lernen.

    Dein Artikel trifft mich gerade sehr…Du sprichst mir aus der unbequemen Seele und hast gerade, wo ich es gelesen habe, Fragen beantwortet, die in mir schon sehr sehr lange schlummern oder ich lange mit mir herum trage. Danke schön.
    Ich habe heute etwas von Dir gelernt, dass meine Frau mir schon seit Jahren sagt und ich wenig einzuordnen wußte. Deine Beschreibungen haben mich zur Essenz geführt. Macht weiter so …. beide … es wird euch ein tolles Leben bescheren.

    Viele Grüße Stefan

    Antworten
    • Februar 22, 2021 um 10:46 am
      Permalink

      Hi Stefan – wow… deine Worte sind gerade Balsam für meine Seele und ich danke dir! Ich wünsche dir alles alles Gute für euren Weg. lg Martin

      Antworten

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