>> Zerstören wir das Fundament, welches unser Leben hier erst ermöglich hat?

Zu unserem Artikel zum Bankwechsel erhielten wir so einige Kommentare. Danke dafür!
Wir äußerten uns kritisch zu den „normalen“ Banken, die Geld in undurchsichtige Geschäfte investieren, wobei es doch alternative Institute gibt, die Geld in soziale/nachhaltige Projekte stecken. Uns erscheint dieser Gedanke durchaus sinnvoll. Und genau dafür sind unsere Gedanken gedacht. Diskurse anregen.

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Claudio kommentierte:
Man kann natürlich auch immer nur das negative sehen. Die andere seite der medallie ist aber auch sicherung der altersvorsorge aller, kapital zur schaffung von arbeitsplätzen, fortschritt und inovation etc. Kapitalgewinnung für entwickluns / sozialhilfe. Ohne das (was jetzt ja eingetroffen ist) wird das volksvermögen schrumpfen bis zum verlust…wenig geld = keine soziale hilfsbereitschaft mehr…und wenn wir alle kein geld mehr haben, werden unsere verblödeten politiker aus allen parteien trotzdem kriege anzetteln ((((
Ich finde es wichtig, gedamken über unsere gesellschaft zu machen und den dialog zu suchen. Wenn du das bank/ geldsystem boykotiernen möchtest ist es ein ansatz. Aber bedenke, dass genau du kräftig mithilfst. FB gehört zum grössten teil banken und investfirmen. zuckerberg hat weniger aktien als zb. SNB . Also nützen deine beiträge den banken mehr als das wenige geld von dir auf dem bankkonto. Bei aktuell -zinsen die nur (noch) auf grössere beträge erhoben werden, nützt es der bank mehr, wenn du es unter dem kopfkissen lässt. Für 1 inviduelles leben bringen immer andere ihre opfer.. inviduelles leben braucht sicherheit und auch einen sozialen notfallschirm. Daher ist ein solches leben praktisch nur in industrieländer möglich. Wer keine optionen hat, kann nicht wählen. Ich habe weltweit gearbeitet und viel ( nicht alles) gesehen. Träumen kann man nur mit vollem magen! Ich finde es richtig, dass ihr euch gedanken macht und etwas bewegen wollt. Doch wenn ihr das fundament zerstören wollt das euch euer jetziges leben überhaupt ermöglicht, ist das schon sehr fraglich…

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Ich finde deinen Gedanken interessant, dass wir das alles negativ betrachten und irgendwie unser Fundament zerstören wollen. Ich weiß nicht, woher du diese Vermutung der Zerstörung nimmst. Einen Sachverhalt beleuchten und eine Änderung vorschlagen (kann ja jeder selber entscheiden, was er/sie aus dem Leben macht), ist nur die Beschreibung eines Gedankenganges. Noch nicht mal eine Tat. Niemand wird zu etwas gezwungen. Doch die meisten Menschen haben Angst vor Veränderung und neuen Gedanken, auch wenn diese ihnen etwas Gutes bringen könnten (langfristig?). Wir haben im Text nur erwähnt, wo unser Geld liegt und was es womöglich alles ohne unser Wissen tut (wer weiß, was dein Geld ohne dein Wissen mitfinanziert)?.
Ich will das nicht mehr. Bankwechsel ist da nur eine winzige Möglichkeit, dem „System“ – auf dass ja irgendwie alle schimpfen – die Macht zu entziehen. Ja. Jeder kann da anpacken, wo er gerade ist.
Ich finde es am ehesten fraglich, alles so zu lassen, wie es ist; denn es tut uns ja allen nicht sonderlich gut. Über die Hälfte der Steuereinnahmen ist zB nötig, um den riesigen Bürokratieapparat zu finanzieren. Da kommen die wirklich sozialen Projekte wohl eher am Rande vor.

Dazu sollten wir auch die Fragen klären: Was ist denn bitte Volksvermögen? Und wer gehört zu diesem Volk? Nur „wir“ Deutschen? Und warum sollte das Kapital schrumpfen, wenn Geld in sinnvollere Sachen als Kriege und Rüstung investiert wird (vielleicht sind soziale Projekte langfristig ja eiiiigentlich viel sinnvoller, als Militär zu finanzieren?).
Ich betrachte die ganze Menschheit als „mein“ Volk. Es ist vollkommen okay, wenn wir „Reichen“ einen Verlust erfahren. Vielleicht ist das ja von Vorteil für den Rest der Welt?

„Sicherung der altersvorsorge aller, kapital zur schaffung von arbeitsplätzen, fortschritt und inovation etc. Kapitalgewinnung für entwickluns / sozialhilfe.“ schriebst du.
Joaaaah…. Für Fortschritt und Innovation klopfen wir Deutschen uns ja immer gern auf die Schulter. Man darf halt nur nicht vergessen, dass diese ganze bequeme Wohlstandstechnik uns in die ökologische, wie soziale Katastrophe geführt hat. Der Westen hat die Welt über hunderte Jahre zerteilt, unterworfen, aufgegliedert und sein Konstrukt versucht über alle Kulturen zu stülpen.
Nun entwickeln wir etwas, in irgendeinem ärmeren Land wird es produziert, in einer Fabrik, die wir vielleicht mit „Entwicklungshilfe“ gefördert haben. Dort arbeiten dann Menschen in Afrika oder Asien für einen Hungerlohn (wirtschaftiche Versklavung), damit wir unseren Standard und unsere Spielzeuge halten können. Und darauf sind dann einige Wirtschaftler sogar noch stolz und meinen sie „helfen“ den Menschen vor Ort.
Nö. Glaub ich nicht. Ist eine Abhängigkeitsspirale, die wir mittragen. Zu unser aller wirtschaftlichem Vorteil. Aber zum Nachteil für viele Andere.
Die Kolonialisierung läuft heut genauso weiter, wie damals. Nennt sich nur anders und wir wollen das nicht hören.
Nun kann man wieder sehr wütend werden, die Schuld den Mächtigen in die Schuhe schieben und meinen, dass man ja nichts ändern kann.
Und doch sehe ich das anders: JEDE/R hat die Macht seine Kaufgewohnheiten/Arbeitsgewohnheiten zu überprüfen und zu entscheiden, für wen er/sie arbeitet und wohin das eigene Geld investiert wird. Je mehr Leute umdenken, was ihr Leben wirklich bedeutet, desto besser. Wir alle schaffen „dieses System“.

Utopie:
Wenn keiner mehr den Schrott (jedes Jahr ein neues Handy?) kauft, der angeboten wird, dann werden Produktionszweige versiegen und Wirtschaftsunternehmen würden zum umdenken gezwungen. Nachhaltiger? Gesünder?
Wenn alle weniger Zeug (Autos, Technik, Unterhaltung, Essen aus Übersee) konsumieren, wäre die Welt wohl ein wenig grüner und nicht so zugemüllt. Natürlich würde dann unser – auf ewigem Wachstum basierendes – Wirtschaftssystem (so wie wir es jetzt kennen) nicht mehr Bestand haben. Wir müssten uns wohl etwas sinnvoller einfallen lassen …
Wenn den „bösen“ Banken keiner mehr Geld gibt, können die zwar immer noch welches Schöpfen, aber nur bis zu einem gewissen Grad und irgendwann wäre ihre Macht halt ausgeschöpft, denn WIR investieren lieber in ein gesundes Zusammenleben auf dem gesamten Planeten.
Diese Gedanken kann man noch ewig weiterspinnen … Je mehr Menschen ihre persönlichen Verhaltensweisen im Bezug auf die restliche Welt überprüfen / hinterfragen, desto mehr kann sich verändern. Ich hab keine Generallösung und Antwort. Ich versuche nur zum Hinterfragen anzuregen, meine Schritte zu gehen.
Viele Tropfen kühlen den Stein.

Ich glaube, individuelles Leben braucht perse keinen Sicherheitsschrim, den das politische „System“ stellt. Das GLAUBEN wir alle nur und haben uns so sehr daran gewöhnt, dass wir Angst haben, wirklich eigenständig zu leben.
Weil wir glauben, dass wir ohne diese sozialen Absicherungen nicht leben können; finanzieren wir dieses ganze System mit. Jede Absicherung folgt einer Angst.
Ich glaube eher, dass soziale Strukturen helfen würden …
In 90% der restlichen Welt gibt es keine Altersvorsorge. Ist das besser oder schlechter? Mmmhh… keine Ahnung. Wenn es die Rente bei uns nicht gäbe, würde es wohl keiner vermissen und alle müssten ein wenig mehr in Richtung Eigenverantwortung arbeiten und leben. So wie die Menschheit es tausende Jahre tat und in vielen Ländern immer noch tut.
Vielleicht würden dann Menschen in ihrem sozialen Zusammenhalt besser zusammenstehen und für sich sorgen, anstatt die Verantwortung einer Institution zuzuschreiben und sich dann noch dauernd darüber aufzuregen?
Doch wie verwöhnt wir sind und glauben, es müsste immer so sein, nur weil es zur Zeit so ist.
Meine Rente ist 34 Jahre entfernt. Wenn ich ehrlich bin glaube ich nicht daran, dass in drei Jahrzehnten das System noch so aussieht, wie es nun ist. Ob ich Rente bekommen werde? Es ist mir egal. Warum sollte ich vor etwas Angst haben, was noch so lange im Dunkeln liegt? Und trotzdem zahle ich seit 12 Jahren fleißig ein, da ich nicht rauskomme; bzw ich es noch nicht ändern wollte.

„Wenig geld = keine soziale hilfsbereitschaft mehr“ hattest du geschrieben. Und ich glaube, da liegt der Fehler. Das erlebe ich konträr:
Je mehr Geld/Wohlstand ein System aufgebaut hat, umso größer ist die Depressionsrate der Menschen, umso größer sind ihre Verlustängste, aus denen wiederum eine Verteidigungshaltung, Leistungsdruck (und daraus folgend Stress, Burnout, Erkrankung) entsteht. Mehr Geld hat nichts mit Glück/Freude/Verbesserung der Lebensqualität zu tun. Beim ersten Blick scheint es vielleicht so, beim genaueren Hinschauen erkenne ich Entfremdung, Ängste und Argwohn. Gerade, WEIL wir alle in Geld baden, haben wir Angst, es zu verlieren und schauen neidig auf den Nachbarn.
Jim Carrey sagte einmal: „Ich hoffe, dass jeder einmal reich und berühmt wird und dann alles hat, was er sich je erträumte, sodass er erkennt, dass dies nicht die Antwort ist“.

Soziale Hilfsbereitschaft (Miteinander, familiärer Zusammenhalt) entsteht wohl eher in Notzeiten, wenn wenig Geld vorhanden ist und Menschen näher zusammenrücken und füreinander da sind. Ich hab´s auf meinen Reisen durch über 50 Länder kennenlernen dürfen. Oft sind die (von uns bezeichneten) „Ärmeren“ die sozial „Reicheren“; mit weniger zufrieden, herzlicher und gastfreundlicher.

„Träumen kann man nur mit vollem Magen“ stimmt für mich nur zum Teil. Natürlich wünsche ich jedem Menschen auf der Welt einen vollen Magen – doch was der Rest der Welt auf den Tisch bekommt, hängt an uns. Niemand müsste hungern, würden wir mehr teilen und die Ausbeutung stoppen, die wir durch unseren Luxus und unsere Investitionen weiter vorantreiben.
Manchmal hilft auch – im übertragenen Sinne – ein leerer Magen um wieder kreativ zu werden, neue Wege zu gehen und zueinander zu finden. Uns würde das wohl allen gut tun.

Weniger ist mehr.
Verzicht ist nicht Verlust.
Materieller Wohlstand hat nichts mit Lebensglück zu tun.
Träume verändern sich mit der Zeit, je mehr man sie lebt.*

Du sagtest noch: Wer keine Optionen hat, kann nicht wählen.
Ich glaube daran, dass jeder Mensch alle Optionen schon hat und nur in die Kraft gelangen muss, wählen zu können. Wenn er/sie diese Kraft nicht hat, dann möchte ich dafür da sein, ihm/ihr zu dieser zu verhelfen, anstatt nur Optionen hinzuwerfen, aus denen er wählen kann. Hilfe zur Selbsthilfe, statt zu sagen: friss oder stirb.
Er/Sie muss sich sogar selbst Optionen schaffen dürfen, mit denen ich nicht einverstanden bin. Denn es ist sein/ihr Leben und wer bin ich, darüber zu werten.

Liebe Grüße Martin

PS: ja… Facebook ist eine riesige Datensammelmaschine. Doch wenn ich schon hier drin bin, dann nutze ich diesen Kanal wenigstens, um Menschen aufzuklären und „Sinnvolles“ ins Netz zu stellen (von den Bildschirmen weg zu locken), anstatt nur mittelmäßige Unterhaltung anzubieten.
Glaube ich zumindest.

*meine Träume waren früher fast alle materieller Art (volles Konto, Kameras, Autos, Reisen …). Das hat sich verändert. Interessiert mich nicht mehr.
Nun träume ich von einer neugierigen Welt, in der Menschen eigenverantwortlich handeln, leben, weniger Zukunftsängste in sich tragen, ihre Mitmenschen akzeptieren und nicht mehr für ihre Gedanken verurteilen. Denn eigentlich haben wir ALLE Recht. Oder Unrecht?

2 Gedanken zu „>> Zerstören wir das Fundament, welches unser Leben hier erst ermöglich hat?

  • Februar 15, 2020 um 7:43 am
    Permalink

    Hallo Ihr Zwei,

    es ist eine gute Idee von Euch, auch auf diese Art auf sein Geld zu achten!
    Somit eröffnete ich ein Konto bei der „GLS“.

    Euch weiterhin eine schöne Zeit,
    Jan

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