Was Nazis 🔥 mit Menschlichkeit ☯️ zu tun haben? Was Liebe 💛 damit zu tun hat?? Und der Rest der Welt hängt da auch mit drin ☮️??

Was Nazis 🔥 mit Menschlichkeit ☯️ zu tun haben? Was Liebe 💛 damit zu tun hat?? Und der Rest der Welt hängt da auch mit drin ☮️??

  1. Och nö … das wird mir jetzt wirklich zu politisch. Ich schau lieber irgendeine Webserie zum Thema Vanlife.
  2. Nazis gibt’s nicht mehr, die sind schon lange tot.
  3. Na mit irgendwas muss ich ja meine Zeit totschlagen. Die 20min hab ich. Bin ja sowieso nur am durchscrollen bei Facebook. Geht mich ja auch was an.

Auflösung zu 3) lest ihr hier.

„Ist es deiner Meinung nach ein Lösungsansatz mit Nazis zu sprechen und sie zu akzeptieren?“ Diese Frage stellte mir gestern eine Bekannte. Ich finde, diese Frage ist viel zu spannend, als sie nicht zu beantworten. Hier ein paar Gedanken:

Grundsätzlich Ja.

Ist natürlich situationsbedingt. Wenn mich jemand dauernd beleidigt, hab ich natürlich keine Lust zu reden und werde wohl eher ausweichen und mich schützen, doch Kommunikation ist das Einzige, was wir als Menschen haben um uns zu VERSTÄNDIGEN und irgendwie als Gesellschaft zusammenzuleben. Also muss ich meine Rhetorik/Mittel verändern, um den Gesprächspartner zu erreichen, damit mein Standpunkt – zB rassistische Vorurteile ausräumen – verständlich wird und der Andere vielleicht etwas davon mitnehmen kann. Mich darauf einzustellen ist meine Chance zur Veränderung, denn es wird IMMER eine Person mit einer konträren Meinung zu meiner geben. Von der Liebesbeziehung bis zur Weltpolitik. Zu jeder Zeit.

Ich glaube nicht, dass je eine Staatsform existieren wird, in der alle Einwohner die gleiche Meinung haben werden. Wohl auch nicht im fantastischen Idealfall, denn dann wäre das Spiel namens Leben vorbei, welches für mich auf den Regeln der Polarität beruht. Schwarz und Weiß. Yin und Yang. Anarchie und Gesetzeszwang. Alle Menschen Gleich machen zu wollen, wäre irrwitzig. Doch was wäre mit echter Chancengleichheit? Ganz ehrlich … hatte die der „Nazi“, der vielleicht traurig in einem kleinen Dorf rumhängt, zur Flasche greift und nur stolz auf Deutschland sein kann, ohne dass er es wirklich mag? Hatte er sich nicht von der Wende mehr erhofft und sein Landstrich hat nun nichts mehr zu bieten, außer industrieller Tristesse? Wenn überhaupt?

Das ist keine Entschuldigung, keine Beschuldigung. Es ist eine Beobachtung.

Zu meinem „Licht“ wird es immer das „Dunkel“ geben, denn sonst könnte ich mich nicht erkennen. Ich kann die schattigen Stellen in unserer Gesellschaft nicht nicht akzeptieren. Wenn ich sie ausblende, werden sie stärker.

>> Die Frage ist nur, wie damit umgehen?

Da halte ich mich einfach an den Spruch: Sei du selbst die Veränderung, die du dir von der Welt wünschst. Mein Gegenüber lehnt mich ab, weil ich ihn ablehne. Also muss ich auf ihn zugehen, oder sollte ich ernsthaft glauben, er kommt auf mich zu, in seinem ängstlichen, angelernten Abwehrverhalten, welches ich auch in mir feststelle, wenn meine Gemütslage mal richtig schief hängt?

Die Akzeptanz und Toleranz, die wir doch alle meinen zu vertreten, sollten wir im JETZT leben. Nicht in irgendeiner Zukunftsprojektion. Nicht nur auf Menschen bezogen, die zu uns passen. Auch für die „Anderen“, denn gerade die haben ein wenig Liebe bitter nötig. [irgendwie ein schönes Wortspiel, dass in der Liebe auch Bitterkeit enthalten sein kann 😉 ]

Mr. Jesus und unser abendländischer Kontext hin oder her. Ob man dran glaubt, oder nicht: Liebe ist allumfassend und macht vor keiner Grenze Halt. Innen wie außen. Auch nicht vor unseren „Feinden“. Das Gefühl, was verbindet und einander näher bringt. Steht sogar in der Bibel, will nur kaum einer ausprobieren, scheint mir so. Erst recht nicht in der CDU. Erzählen auch alle anderen Glaubensrichtungen seit Jahrtausenden und genügend Philosophen. Nur Wenige leben danach. Vielleicht muss man es einfach wörtlich nehmen. Dass es genauso ist sagt mir mein Herz und gleichsam auch meine Logik: Liebe öffnet das Herz, Angst verschließt es. Halt auch für die Menschen, die ich erst einmal nicht mag.

Also versuche ich freundlich zu sein, Andere nicht auszuschließen, egal wie „dumm“ sie meiner Meinung nach agieren. Denn dumm ist meist nur ein Mangel an Informationen, gewachsen aus dem geschichtlichen Hintergrund der Person. Mein Hintergrund und Wissen ist einfach ein wenig anders, und wenn ich mich für „klüger“ halte, muss ich auch so agieren. Obwohl auch das schon anmaßend wäre. Wie kann ich mich für klüger als ein Anderer halten, der das ja schon für sich beansprucht? Und wie kann ich einen einzigen Menschen dumm nennen? Wer bin ich, Andere zu verurteilen? Gewalt erzeugt Gegengewalt. Wäre ja uncool, das zu erzeugen was man eigentlich nicht möchte. Gewalt auch in Worten verpackt, im Kopf gedacht …

Meines Erachtens handeln ALLE Menschen auf diesem schönen Planeten ihrem Background entsprechend nach bestem WISSEN und daraus folgendem Gewissen. Für ihr eigenes Wohl, für das Wohl ihrer Familie und ihres Nächsten. Bei manchen ist die Nächstenliebe weit ausgelegt, bei manchen restriktiver. Bei einigen reicht sie bis zur Haustür, bei anderen maximal bis zur imaginären Staatsgrenze und wieder andere versuchen auch den Rest der Welt in ihr Gewissen einzuschließen. Dann wird’s halt kompliziert. Man kann seine Beteiligung ja wie gewohnt leugnen. Oder es wird total einfach: Alles hängt mit allem zusammen. Ich bin an jeder Ausbeutung beteiligt. Ich wohne in einem Staat, der Kriege unterstützt und Waffen verkauft und alle wundern sich über die Schieflage der Welt. Alles ist miteinander verwoben. Mein Handeln mit dem Wirtschafts- und Geldsystem. Mein gesamter Konsum verursacht der Welt oder irgendeinem meiner Mitmenschen irgendeinen Schaden. Auch dieses Elektronikprodukt – auf dem ich hier tippe – was in ein paar Jahren wohl wieder zurück in die „dritte Welt“ geht, um unter schlechtesten Bedingungen auseinandergenommen zu werden. Ich produziere unglaublich viel Müll, auch wenn ich versuche wenig zu konsumieren. Ich verbrauche mehr Energie in ein paar Wochen, als eine ganze Familie irgendwo im Nirgendwo im Jahr! Dort hat auch niemand jemals genügend Geld für irgendein Erdölprodukt. Er hat so wenig, WEIL ich so viel habe. Das sagen ab und an sogar konservative Publikationen. Auch jegliche Umweltverschmutzung ging und geht von den reichen Nationen aus, die die ganzen wunderbaren Produkte entwickelt haben, die niemand wirklich braucht; die aber das Wachstum vorantreiben sollen.

Ach ich schweife ab … Aber das könnte man doch einem hartgesottenen Weltgegner erklären, oder? Vielleicht findet er sich darin ja irgendwo auch wieder. Was hab ich anderes, als es zu probieren?

Ich glaube nicht, dass unsere Welt verloren ist. Wir leben zwar schon in der Dystopie [einem Zustand für die Welt, der jetzt zwar ist, den ich mir aber nicht so für sie vorstelle], aber mit ein wenig Mitgefühl für die Lage unserer Mitmenschen [auch die, die ich nicht „mag], kommen wir wohl alle ein Stück weiter aufeinander zu und der Utopie einer freundlichen Welt näher.

Aufgaben für heute und jeden Tag: Verantwortung übernehmen, sich schwierigen Kommunikationen stellen und Anderen nicht mehr die Schuld an der miesen Lage geben, sondern meine Beteiligung sehen. Wenn ich schon tausende Kilometer spritverbrennend um die Welt fahre, möchte ich damit wenigstens einen kleinen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten können, in dem ich meine Meinung öffentlich mache, versuche positiv zu berichten und Menschen die Angst vor dem Mitmenschen zu nehmen. Auch wenn ich mich damit angreifbar und vielleicht sogar unbeliebt mache.

Ich könnte mich vor diesen schier unüberwindbaren Schwierigkeiten auch irgendwie verstecken, mich in meine Blase zurückziehen und mich nur mit Menschen umgeben, die mir wohlgesonnen sind. Doch ich möchte meine Chancen als Mensch nutzen: Mich Herausforderungen stellen. Andere Sicht- und Lebensweisen irgendwie verstehen lernen, akzeptieren und nicht laut werden müssen, wenn der Gegenüber meiner Meinung nach eine „falsche Meinung“ repräsentiert [ich muss ja nicht zustimmen, ich kann einfach meine Sichtweise auf das komplexe Weltgeschehen versuchen zu erklären. Ich hab ja selber so einige Erfahrungen in fremden Kulturen hinter mir. Vielleicht fehlt ihm ja genau eine kleine Information, die sein Leben ein wenig entspannter machen würde – oder meins].

Wut ist ein wunderbarer Ausdruck von Angst. Viele Menschen werden in Gesprächen sehr schnell sehr aufgebracht. Eine klassische Verteidigungsstrategie. Sie fühlen sich angegriffen, werden laut, weil sie sich nicht gehört fühlen und sich Gehör verschaffen müssen [genauso in hasserfüllten Kommentaren im Netz]! Ein klarer, durchdachter Standpunkt braucht keinen gewaltigen Ausbruch. Der gewaltige Ausbruch folgt nur, wenn man sich seiner Argumente in keinster Weise sicher ist und die bröckelnde Fassade mit Macht aufrecht erhalten werden muss. Lieber den anderen schädigen, als sich selbst angreifbar machen. Doch es wäre auch schade, dieses Wissen um die Psychologie der Menschen auszunutzen. Denn damit könnte man noch weiter anstacheln, der Gegenüber explodiert und wir können dann sagen: Siehste … mit dir kann man ja eh nicht reden. Du bist Schuld.

Wir alle finden die selben Muster in uns.

Je mehr ein Mensch ausgegrenzt, nicht gehört wird; desto eher wird er sich radikalisieren und zum wirklichen Problem werden. Das sind dann die Menschen, die für Gott oder irgendeine Wahrheit in den Krieg ziehen, oder AFD wählen. So aus Protest, obwohl sie jahrelang nur gemeckert, statt gehandelt haben. Oder sie werden sehr sehr traurig und ziehen sich von der Gesellschaft zurück. Aber egal, warum etwas so geschehen ist – was machen wir daraus? Was machen wir mit denen, die sich abgehängt fühlen, aus welchen Gründen auch immer? Das sind dann ja wohl 90% der Weltbevölkerung, die zu unserem „Reichtum“ aufblicken und das selbe wollen, wie wir es jetzt haben [ob es gut ist oder nicht. Wir leben den „Standard“ vor]. Nicht zu vergessen die Menschen in unserem Land, die sich nicht gehört fühlen, obwohl sie in materiellem Wohlstand baden, ihn aber nicht sehen wollen; denn es ist immer noch nicht genug?

So krass es klingt: eine Meinung macht noch keinen Menschen aus, egal wie hart der Mensch sie vertritt. Jeder kann sich ändern. Gab auch schon extreme Rechtspopulisten, die irgendwann bereuten, gehasst zu haben. Darf ich die dann wieder leiden können? Ab welchem Punkt der Reue? Akzeptanz sieht für jeden anders aus und ist doch eigentlich immer das selbe, oder?

Eigentlich sind wir ja auch am ehesten das, was unter den Argumenten liegt. Denn die sind je nach Zeit veränderlich, können ausgetauscht werden. Menschen können lernen, wenn sie verstanden werden.

Meist geht es doch nur um ein Kräftemessen, welches auf irgendeiner Ebene ausgelebt werden will. Trump gegen Putin, gegen alle. Mann gegen Frau [natürlich in einer Beziehung]. Links gegen Rechts. Da ist vielleicht auch Instinkt dabei, tierischer Trieb zum Kampf? Nur der Stärkste überlebt? Man kann sich sicherlich streiten, in wie weit das menschliche Verhalten genetisch bedingt, oder Erziehung ist. Das tut nur leider überhaupt nichts zur Sache. Wir müssen lernen JETZT miteinander umzugehen und keine Entschuldigungen mehr zu suchen, die unser eigenes Verhalten erklären sollen. Wir brauchen keine Medikamente gegen „Dummheit“ erfinden, wir müssen sie auch nicht erklären. Wir müssen wieder anfangen zu reden. Mit allen. Diskurse führen. Ehrlich zu sich selbst sein. Richtig ehrlich. Zivilcourage kann in jedem Handeln stecken. Neue Ansätze denken, gerade wenn man glaubt, zu 100% Recht zu haben. Ideen wagen. Miteinander. Auch wenn es das Schwerste ist. Verlassen der Komfortzone. Nicht nur auf Reisen, am ehesten zuhause, wo man am besten verstanden wird. Da sind wir doch schon alle ähnlicher als anderswo.

Und vor allem Zuhören.

Eine Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Ich sehe da noch Potential nach oben. In allen von uns. Vor allem auch in der Definition, wer schwach, oder wertvoll für unsere Gesellschaft ist, und wer nicht. Wer entscheidet das überhaupt? Dürfen nur Leute mitreden, die 40h in der Woche hart schuften? Oder die „da oben“, die an der Macht sitzen, die wir Ihnen gegeben haben? Die „Lügenpresse“? Kinder die für Klimaschutz auf die Straße gehen? Menschen die von staatlichen Geldern abhängig sind?

Darüber können wir ja „streiten“. Ist nur die Frage nach dem wie. Kinder hauen sich die Köpfe ein, aber wir sind Erwachsene. Haben wir früher gemacht, müssen wir jetzt nicht mehr.

Schaut einfach mal kleinen Kindern zu. Sie streiten, wegen unterschiedlicher Meinungen. Sie vergeben nur viel schneller und spielen nach ein paar Minuten wieder miteinander. Vergeben und Vergessen, doch eine Erfahrung reicher.

Es ist genug für alle da. Damit fängt alles an. Das wiederum sollten wir den Kindern vorleben. Denn sonst übernimmt auch die nächste Generation unsere kollektiven Verhaltensmuster, die ja auf allen Kanälen zu bestaunen sind: Materialismus, Misstrauen, Missgunst, Hass, Vorurteile, Kampf. Angst. In 8k präsentiert.

Es gibt viele Baustellen. Machen wir was draus. Am besten auf der „richtigen“ Seite des Fernsehers, denn vielleicht ist der „Nazi“, den wir da kennenlernen ein echter Mensch mit Gefühlen, der auch nur unsere „Hilfe“ sucht.

Das Wort zum Sonntag. Amen 😉 Liebe Grüße, Martin.

PS: gut, dass wir mit dem Bild deine Aufmerksamkeit bekommen haben. Danke für´s Lesen!

PSS: Zum selben Thema gab es von mir im letzten Winter einen Kurzfilm zu sehen. Auch immer noch brandaktuell.

 

 

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