Warum unser Weltreisefilm nun KOSTENLOS als Stream im Netz landet

Ich bin aufgeregt. Heute wird wohl ein besonderer Tag. Es ist vier Uhr in der früh, doch ich bin hellwach und konnte nicht mehr schlafen, denn eine Idee treibt mich um. Sozusagen das Gespenst des Kommunismus. Wohl aber eher das Gespenst des Antikapitalismus, welches mich schon etliche Jahre heimsucht. Ein Gespenst, von dem so viele in meinem Freundeskreis immer redeten und träumten, welches so vielen Menschen Angst macht, denn es ist ja ein Gespenst. Doch bei genauerem Hinschauen entpuppt es sich als liebevoller und gutwilliger Geist, der allen mehr gibt, als sie nun haben. Zumindest erzählt mir das Gespenst das. Kann natürlich sein, dass es mich auf´s Kreuz legt, aber das Leben ist doch zum Probieren da und das langweiligste und schlechteste Leben wäre es wohl, wenn man nicht jeden Atemzug davon auskostet und Sachen neu probiert, auch auf die Gefahr hin, dass man scheitert, oder? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, hat mein Vater immer gesagt. Und ich merke, dass ich zwar viel wagte beim Um-die-Welt-reisen, doch auf meine Grund-Verhaltensmuster wagte ich mich nie zu schauen.

Und dieses Gespenst predigt mir nun immer was vom anders-machen, doch bisher war ich blind für dessen Möglichkeiten, da mich eine unbewusste Angst, vor etwas Neuem vom Probieren abhielt.

Wir alle sind tief in den Mustern erzogen worden, dass der Kapitalismus – das Geld verdienen – die oberste Priorität in unserem Staate, wie in unserem Leben, wäre. Klar, da kann man irgendwie raus, doch dann ist man ja Aussteiger, hat mit dem Leben hier in Deutschland nicht mehr viel am Hut und eigentlich ist die Angst groß, dass man mit diesem Schritt in die Freiheit irgendwas Tolles hinter sich lässt. Alle arbeiten ja im und mit dem Kapitalismus. Geld ist ein wichtiges Tauschmittel und anders geht’s ja heute nicht mehr – Also muss ja was dran sein, oder?

Und das ist das, was viele Konservative das „historische Gesetz“ nennen. Wir alle glauben, nur weil etwas „immer so war“, dass es automatisch richtig ist. Doch zeigt uns nicht die Armut und die Verteilung des Geldes in der Welt, dass dem nicht so ist? Ich hatte schon immer das Gefühl, irgendwas stimmt in diesem System ganz gewaltig nicht, bin aber über den Gedanken hinweggegangen, da man ja sowieso nichts ändern kann. Aber Falsch gedacht …

Klar, Geld ist als Tauschmittel überall akzeptiert und für bunte Scheine bekommt man eine Behandlung beim Arzt, oder eine neue Kamera zum Filmemachen. Alles richtig soweit und historisch vollkommen nachvollziehbar. Doch der Fehler ist in unseren Köpfen zu finden. Wir alle haben uns eingetrichtert, dass Geld eine Machtinstitution ist, welcher immer zu vertrauen wäre. Der Markt reguliert sich ja selbst. Wachstum. Wachstum. Wachstum, als einzige Möglichkeit wird uns immer wieder verkauft. Doch da liegt der Hase im Pfeffer begraben – unsere inneren Urängste haben uns das Tauschmittel überhöhen lassen und damit ein Ungleichgewicht geschaffen, dass wir versuchen, mit noch mehr Geld auszugleichen. Das kann nur schief gehen. Merken wir ja gerade. Und alle regen sich darüber auf. Nur wenige tun etwas.

Ich zweifelte die Macht des Geldes schon immer an, merkte in den letzten Monaten doch immer wieder, wie sehr ich der Idee verhaftet war, einfach weiter im System mitzuschwimmen. Der scheinbar einfache Weg. Ein wenig auf Reisen, wieder ein wenig arbeiten und Geld verdienen um immer genügend auf der Kante zu haben um meine Existenzängste zu befriedigen, um „auf der sicheren Seite“ zu sein. Ich wartete auf eine Veränderung von außen, die jedoch niemals kam, wahrscheinlich auch niemals kommen wird. Der einzige Weg zur Veränderung BIST DU SELBER. Jeder Mensch hat die Macht, sich und sein Umfeld beeinflussen, wenn er nur überzeugt ist. Davon bin ich nun überzeugt. Immer wieder suchen wir die Verantwortung in jemand Anderem und fühlen uns schuldig, nichts am Elend in dieser Welt ändern zu können. Doch wir können. In dem wir uns ändern. Vorallem, in dem wir uns anschauen, WARUM wir gerade so leben, wie wir leben. In dem wir uns unseren Ängsten stellen und Verhaltensmuster hinterfragen. Ich hatte eine Menge Angst, irgendwann nicht mehr genügend zu HABEN, deshalb bin ich fleißig im Strom mitgeschwommen. Auf meine, andere Art und Weise. Doch es war der selbe Strom auf Sicherheitsgedanken und Ängsten, die den meisten Menschen anhaften.

Auf meinen Reisen ist mir aber immer wieder aufgefallen, wie weit andere Völker von diesem Sicherheitsgedanken entfernt sind. Ein mongolischer Hirte macht sich Gedanken um seine Schafe, weidet sie und schlachtet, wenn er Hunger hat oder verkauft eines, wenn er eine neue Kettensäge benötigt um sein Feuerholz für die Jurte zu beschaffen. Er VERTRAUT einfach auf sein Leben. Es wird immer Wiese und es wird immer Schafe geben, wenn er das will. Er wird nicht Hungern. Ich auch nicht. Doch dieses Vertrauen hatte ich nie wirklich. Wann ist uns das als „westliche Zivilisation“ verloren gegangen? Ich hatte immer das Gefühl, ich bin nicht genug. Mir ist mein Leben nicht genug. Mir sind die Dinge um mich herum nicht genug. Ich wollte mehr. Klar, einige werden mir jetzt eine romantisierte Vorstellung des „einfachen Lebens“ in der Ferne vorwerfen, doch der Hirte sei nur als Beispiel genannt. Wir müssen keine Hirten sein um mehr ins Leben zu vertrauen und glücklicher zu sein.

Geben ist seliger, denn nehmen, hat uns die Kirche immer versucht mitzuteilen, doch hat sie uns jahrhundertelang das Gegenteil vorgelebt. Sind ja auch alles „nur“ Menschen …

Ich versuche nun, die Geschichte zu vergessen – das historische Gesetz – denn jeder Tag kann neu gestaltet werden, und hole mir nun meine Verantwortung zurück. Ich VERTRAUE nun auf dieses Gesetz der Nächstenliebe und es erfüllt mich mit einem Gefühl des Ankommens und der Zufriedenheit es endlich zu probieren. Wer mehr Positivität in die Welt aussendet – wer mehr gibt – wird nicht bestraft. Wird wohl belohnt. Mal sehen … Hungern werde ich wohl nicht.

Ich mache Filme. Das ist zur Zeit meine Berufung, meine Leidenschaft – warum auch immer. Das hat sich halt so ergeben. Nie hatte ich daran gezweifelt, dass Filme verkauft und gekauft werden. Gibt ja einen Markt dafür. Damit kann ich Geld verdienen. Wie sollte ich denn sonst existieren??Aber ich hatte nie hinterfragt, ob es auch anders geht.

Gestern kam mir dieser spontane Gedanke. Wenn ich dem „System des Geldes“ die Macht entziehen will, dann muss ich bei mir anfangen und nicht das System verteufeln. Und nichts geschieht über Nacht: Stück für Stück gewinnt man seine Erkenntnisse.

Mein erster Weltreisefilm „Herr Lehmanns Weltreise – auf 4 Rädern um den Globus“ steht nun für euch kostenlos auf Youtube zur Verfügung. DVDs & Blurays gibt es noch etliche, die ich euch gerne nach Hause schicke. Wenn ihr weitere Filme sehen wollt, wenn ihr mich unterstützen wollt, dann denkt einfach daran, dass auch ich meinen Tank füllen muss und Kameratechnik nicht vom Himmel fällt (also … bis auf die Kameradrohne, die in der Mongolei vom Himmel fiel. Durch eure Spenden war es möglich, nun doch wieder Luftaufnahmen für ALLE zu machen. Dies gab mir Mut wir weitere Experimente).

Das ist mein kleines Geschenk an die Welt. Auch mein nächster Film #MRPINKgoesAsia wird auf dieser Basis für alle zugänglich. Nicht, um mein Ego zu polieren. Nicht, um berühmt zu werden, oder mir irgendetwas beweisen zu wollen, sondern euch einfach ein wenig mehr von der Welt zu zeigen, um euch die Angst und Vorurteile zu nehmen, um euch ein wenig Inspiration zu schenken. Die Welt da draußen ist NICHT so, wie ihr sie aus dem Fernsehen kennt 😉 Unglaublich viele Menschen haben mir auf meinen Reisen vollkommen selbstlos geholfen – das kann auch hier so werden. Man muss nur daran GLAUBEN und Sachen ANDERS machen, als gewohnt. Ich habe mir vorgenommen: Keine Angst mehr vorm Leben.

Es scheint, als hätte ich ein schon immer vermisstes Puzzlestück unter der Couch gefunden, welches nun endlich in mein Leben passt. Danke.

 

 

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