Schlamm. Sand. Steile Abhänge.

Schlamm. Sand. Steile Abhänge.

Nun fahren wir seit fast einem Jahr mit Mr Pink zu unseren naheliegenden Reisezielen, doch endlich hatten wir die Möglichkeit, ihn auch mal im Gelände zu testen.
Zum Radeberger Overlander Treffen, welches dieses Jahr mit dem Vereinstreffen des Offroad travel e.V. zusammengelegt wurde, besuchten wir ein altes Militärgelände bei Riesa und konnten uns austoben.

Mr Pink übertrifft unsere Erwartungen! Die Untersetzung, zusammmen mit der Höherlegung lässt unsere Herzen höher schlagen. Der kleine Allradler schlängelte sich überall recht entspannt hoch, ohne, dass die Kabine hinten den Boden berührte und wir Angst haben mussten, uns alles wegzureißen.
Jetzt fehlen nur noch eine Hecksperre und ordentliche Reifen, dann kann die große Tour starten.
Leicht, robust, stark. Das sollte unser Traumauto werden und ist es nun auch geworden!

Darf ich vorstellen: Mr Pink!

Darf ich vorstellen: Mr Pink!

Kai: „Ist ja so, wichtig ist, dass es ein cooler Name ist, das ist klar, he? Darf nicht so aggressiv cool sein, sondern die die die Coolness muss mehr so  im Subtext mitschwingen. Weißt du? Verstehst du? …“

Ärztin: “ Zuerst irgendein Synonym, unter dem wir Sie hier führen.“ Kai:“Mr Pink!“ Ärztin: „Bitte nur ein Wort!“ Kai: „Wie meinen Sie das, nur ein Wort?“ Ärztin: „Ja, rede ich kein deutsch? Ein Wort! Also?“ Kai: „Pink … dann.“ Ärztin: „Die Frage nach ihren sexuellen Gewohnheiten kann ich mir dann ja wohl sparen!“ Lammbock 2001

Damit wäre auch die Frage nach dem Namen unseres neuen Gefährtes geklärt. Wir präsentieren Mr Pink! Ein ganzes Jahr Arbeit steckt nun im neuen Mitsubishi L300 4×4 Intercamp. Herr Lehmann wurde uns ein wenig zu klein, so entschlossen wir uns – schon auf unserer Weltreise – zum Bau eines neuen Reisebegleiters. Der selbe Mitsubishi sollte es werden, nur ein klein wenig höher, breiter und länger.

Basis ist ein Mitsubishi L300 Pritsche Baujahr 1999, welchen wir im Juli 2014 aus Köln heim fuhren. Es folgten diverse Schweißarbeiten und die Renovierung des Fahrgestells. Im November fand ich einen Intercamp 355l Wohnanhänger im Netz, dieser sollte in gekürzter Form als Wohnkabine auf den L300 drauf – doch dazu kommen wir später.

Im November verschlug es einen neuen Schrauber zu uns in den Offroad Travel e.V. Gilbert alias Sandblech packte sofort kräftig mit an und „überredete“ mich zu einem Umbau auf Allrad. Gesagt getan! Eine Woche später stand ein L300 4×4 auf dem Hof, den wir auch Berlin geholt hatten. Im Februar war es endlich so weit und unsere neue Allrad Pritsche rollte das erste Mal auf eigenen Rädern und mit Vierradantrieb aus der Halle. Drei Monate Arbeit und eine Menge Knowhow sind in diesen Umbau geflossen.

Vom Frühjahr bis Juli kam nun der Wohnanhänger in die Halle. Es stellte sich heraus, dass die Substanz mehr als schlecht war. Das GFK – Schaum – GFK Sandwichmaterial der Außenhülle war komplett mit Wasser vollgesogen. Ich fing an, einen neuen Boden aus Wabenplatten zu bauen, verklebte diesen mit dem Wohnanhänger und erneuerte nach und nach die ganze Kabine von innen. GFK Innenhaut aufschneiden, alten Schaum entfernen, mit Perimeterkleber (PU Schaum) neu schäumen und die Innenschicht GFK wieder anpressen. Alle Schnittkanten wurden später wieder mit Polyesterharz verlaminiert. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Preis: ich empfehle so eine Restauration wirklich niemandem …
Nach der Hochzeit mit dem Fahrgestell beschäftigte ich mich weitere zwei Monate mit dem Innenraum. Seit Mitte Juli 2015 läuft nun unser einmaliges Projekt auf der Straße. Schon knapp 5000km konnten wir seitdem zurücklegen. Weiter verfeinert wird aber noch die nächsten Jahre bis zur nächsten Reise!

Motor: Hyundai 4d56 2,5l Turbodiesel Motor – ca. 100 PS
Vorderachse: original L300 4×4 auf angefertigten Haltern
Hinterachse: 5 Blattfederlagen
Kardanwelle: neu gefertigt
Bereifung: 235 75 R15 auf Dotz Dakar 8″
Gewicht: vollgepackt 2,3t mit 2 Personen

Wohnkabine: Intercamp 355l Wohnanhänger gekürzt auf verklebtem Stahlrahmen und Silentblöcken
Innenraum: fließend Wasser & Filterwasser, Heizung Eberspächer D1Lc, Kühlbox 35l Waeco, Portapotti, Sitzgelegenheit zum Bett umbaubar, komplette LED Beleuchtung
Solaranlage: Regler 60A aus China, 2x 150w, 1x 13oW – bisher 22A max. Leistung bei voller Sonne, Batterie 120AH AGM, voll getrennt von der Motorelektrik (Inselsystem)
Wasser: 60l in 3x 20l Kanistern unter der Spüle
Kocher: Coleman 2 Flammen Benzinkocher – eher outdoor zu verwenden

Ein Jahr Deutschland. Ein Jahr Wahnsinn. Ein tolles Jahr.

Ein Jahr Deutschland. Ein Jahr Wahnsinn. Ein tolles Jahr.

Heute vor einem Jahr, sind wir – Kathi, Martin und Herr Lehmann, nach fast zweijähriger Weltreise nach Deutschland zurückgekehrt. „Und was kommt danach?“ diese Frage hat sich jeder Reisende schon einmal gestellt, dessen Langzeitreisezeit begrenzt war. Egal ob ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre oder mehr – der Wiedereinsteig in Deutschland nach Monaten, Jahren der Freiheit, ist immer ein Thema. Wir haben versucht, diese Frage zunächst so lange wie möglich von uns wegzuschieben, war doch auch vieles klar, was uns erwarten wird: Kathi wird ihre Stelle als Lehrerin an ihrer vorherigen Schule wieder aufnehmen und Martin wird seine Filmproduktion weiterführen. Die größten Punkte waren also abgehakt. Wir wagen eine Annäherungen und wollen versuchen, das vergangene Jahr für euch in Worte zu fassen.

Sommer 2014

Wir haben eine grandiosen Ankunft am 17.06.2014 um 17Uhr auf dem Alaunplatz in Dresden. Über 50 Freunde und Verwandte sind gekommen um uns Willkommen zu heißen – ein unglaublich schönes Gefühl! Sekt und Freudentränen fließen in Strömen und am Abend kommt Martin auch endlich zu seinem lang ersehnten Döner und wähnt sich im Himmel.

Von den darauffolgenden Wochen und Monaten ist uns leider kaum noch etwas in Erinnerung geblieben . Zu viele Dinge strömen auf uns ein – totaler Alltagsoverkill – und manche Erlebnisse sind komplett aus dem Gedächtnis gelöscht. Gehirnzellenmassaker vom feinsten. Reizüberflutung. Wir wollen „Stopp“ rufen, doch das geht in Deutschland nicht. Wir sind schneller im Hamsterrad des Alltags drin, als es uns lieb ist.

Wir beziehen unsere Wohnung in Radeberg, die bis zur nächsten Reise unser Domizil sein wird. Und hier gibt es all den Luxus, den wir auf Reisen nicht vermisst haben. Heizung anschalten – warm. Jalousien runter lassen – dunkel. Hahn auf – Warm- oder Kaltwasser raus. Computer ein – schnelles Internet an. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und wir staunen über all die Annehmlichkeiten, auf die wir freiwillig verzichtet haben. Und wir haben den Verzicht geliebt. Vor allem in der ersten Zeit sind wir negativ überrascht, welche Verschwendung doch so eine Klospülung ist. Mit einem Mal drücken gehen 8 Liter sauberes Wasser verloren. Mit Wasser haben wir ohnehin so unsere Eingewöhnungsschwierigkeiten – hieß es doch zwei Jahre lang: Wasser sparen. Mit 60 Litern sind wir bis zu einer Woche ausgekommen. Das dies noch in unseren Köpfen verankert ist, merken wir daran, dass wir uns „zwingen“ uns bewusst zu werden, dass wir aller zwei Tage oder sogar jeden Tag duschen können.

Der Sommer ist so aufregend, denn jeder will uns nun wiedersehen und von unserer Reise erzählt bekommen. Auch das erstklassige Globetrotter Magazin EXPLORER interessiert sich für unsere Reise und Herr Lehmann wird zum Shootingstar! Die Einladungen zu Grillpartys und Kaffeetrinken häufen sich und wir wissen manchmal gar nicht mehr, wie wir all diese Termine koordinieren sollen. Aber irgendwie bekommen wir es hin, all unseren Freunden, Verwandten und Fans – ja, wir haben echte Fans! – gerecht zu werden. Nur eines sind wir schnell Leid: Immer und immer wieder das Selbe zu hören. Immer und immer wieder die selben Fragen zu beantworten. Aber wir können es auch verstehen, schließlich macht nicht jeder mal so eben eine Weltreise. Dabei stellen wir fest, dass viele Fragen eine gewisse Sensationslust in sich bergen: Seid ihr krank gewesen? Seid ihr Überfallen worden? Seid ihr mal in Schwierigkeiten geraten? Wie viel Schmiergeld musstet ihr zahlen? Es war doch bestimmt auch mal brenzlig, oder? Wo war es am schönsten? Ihr hattet bestimmt auch mal Heimweh, oder? Und: Wie könnt ihr euch das eigentlich leisten? Wie habt ihr euch Geld besorgt? Das muss doch Uuuuuuuuunmengen gekostet haben! Wie seid ihr eigentlich nach Amerika und Asien gekommen? Wollt ihr nochmal so eine Reise machen? Hat Herr Lehmann durchgehalten?

Hier für alle Welt und die digitale Nachwelt die Antwort: 42 und vergiss niemals dein Handtuch!

Seid ihr krank gewesen? Ja. Martin hatte mehrmals Durchfall und einmal Malariaverdacht, der sich „nur“ als schwere Erkältung entpuppte. Kathi hatte vier Blasenentzündungen sowie einmal Durchfall (in Europa!!!).

Seid ihr Überfallen worden? Nein.

Seid ihr mal in Schwierigkeiten geraten? Nein.

Wie viel Schmiergeld musstet ihr zahlen? Null.

Es war doch bestimmt auch mal brenzlig, oder? Nein.

Wo war es am schönsten? Das kann man so nicht sagen, denn jedes Land hatte seinen Reiz für sich und es gibt kein Land wo wir nicht wieder hinfahren würden.

Ihr hattet bestimmt auch mal Heimweh, oder? Nein. Wir hatten Fernweh bis zum letzten Tag.

Und: Wie könnt ihr euch das eigentlich leisten? Wir haben gespart und unsere Kohle nicht in dicke Autos oder chice Wohnungseinrichtungen gesteckt. Jeder setzt nun mal seine Prioritäten woanders.

Wie habt ihr euch Geld besorgt? Mit der Visakarte am Geldautomaten.

Das muss dich Uuuuuuunmengen gekostet haben! Hat es nicht. Wir haben weniger pro Monat ausgegeben als zuhause: Etwa 1200€ „all inklusive“ – Verpflegung, Stellplätze, Diesel, Reparaturen, Versicherungen, Verschiffungen, Flüge, Visa, Chinadurchfahrt, usw. usw. – wenn wir „all inklusive“ sagen, dann meinen wir auch „all inklusive“.

Wie seid ihr eigentlich nach Amerika und Asien gekommen? Mit dem Schiff.

Wollt ihr nochmal so eine Reise machen? Spätestens wenn ich diesen Satz zu Ende gesprochen habe, würde ich sofort wieder auf Reise gehen wollen.

Hat Herr Lehmann durchgehalten? Ja, bis auf ein paar Wehwehchen, aber die habt ihr ja in unseren Videopodcasts verfolgt und im Blog gelesen 😀

Und weil wir grad bei unserem Hauptdarsteller „Herr Lehmann“ sind … Die beste Feststellung macht Kathis Vater: „Jetzt ist das Fahrzeug ja so runter gewirtschaftet, jetzt wird das Teil verschrottet“. (Das wollte er bereits 2010 als wir Herr Lehmann vor dem sicheren Tod bewahrt haben!) Hallo? Wir müssen uns verhört haben. Herr Lehmann und Schrott in einem Satz zu erwähnen ist Todsünde!

Herr Lehmann wurde fachgerecht auseinandergenommen, in ziemlich viele Einzelteile zerlegt. Gesäubert was das Zeug hält, konserviert und wieder zusammengesetzt. In neuem Glanz erstrahlt und mit einer neuen TÜV Plakette am Nummernschild rollt Herr Lehmann im August unter Sturzbächen von Kathis Tränen vom Hof. Am Steuer sitzt David, Martins Bruder und neuer Eigentümer unseres geliebten Bus. Wir haben ihn in seine treuen Hände gegeben mit der Auflage, dass Herr Lehmann unverkäuflich ist und stets nach Hause zurückgeführt werden muss. Wir wissen unser Baby in guten Händen und sehen uns regelmäßig, ja manchmal schlafen wir sogar noch drin und fühlen dann wieder ein kleines Stück vom großen Reiseglück. Warum wir Herr Lehmann abgegeben haben? Ja, das ist eine ganz andere Geschichte 🙂 Dranbleiben lohnt sich also …

Herbst 2014

Auf den aufregenden Sommer folgt ein ebenso aufregender Herbst, der ganz unter dem Zeichen des 18.11.2014 steht – an diesem Tag soll die Premiere von „Herr Lehmanns Weltreise – auf vier Rädern um den Globus“ in der Schauburg Dresden stattfinden. Das bedeutet für uns: Alles ist auf dieses eine Datum ausgerichtet. Die Filmproduktion geht in die heißen Phase und wir rühren kräftig die Werbetrommel für unsere Crowdfunding-Aktion. Haben Fernseh- und Radioaufzeichnungen und auch mehrere Zeitungen berichten über unser Vorhaben. Bereits vor Ablauf des Crowdfundings haben wir die erforderliche Produktionssumme zusammen, doch wozu eigentlich Crowdfunding? Ganz einfach: Nach der Reise sind unsere Taschen leer und so eine Filmproduktion kostet eine Menge Geld (mehr dazu in unserem Crowdfunding-Artikel) und Martin kann während der Produktionszeit kaum andere Aufträge annehmen. Die Produktion von „Herr Lehmanns Weltreise“ ist ein echter Fulltime-Job! Während dieser Zeit kommen wir mit Kathis Einkommen aus – sie geht ja bereits seit Beginn des neuen Schuljahres wieder fleißig als Lehrerin arbeiten. Und plötzlich ist es soweit: Es ist November. In unserem Büro stapeln sich DVDs und Blu-Rays und am 18.11.2014 sind wir im Freudentaumel: Die Premiere ist übervoll, wir sind mehr als ausverkauft! Die Zuschauer stehen bis weit draußen auf der Straße und alle wollen Herr Lehmann sehen. Unseren Film. Es ist ein grandioses Gefühl und wir möchten an dieser Stelle noch einmal all unseren Unterstützern danken, die dieses Projekt ermöglicht haben. Ihr seid damit ein Teil von „Herr Lehmann“ geworden!

Nachdem der Druck von uns abgefallen ist, haben wir nun auch wirklich das Gefühl „angekommen“ zu sein. Martin nimmt den Betrieb seiner Filmproduktionsfirma wieder vollständig auf und beginnt, sich unserem neuesten Projekt zu widmen.

Winter 2014/2015

Ein neues Projekt? Ja, wir haben uns bereits auf Reisen schon Gedanken um die nächste Reise gemacht. Wenn du selbst ein Reisejunkie bist, wirst du uns ganz bestimmt ganz genau nachfühlen können. Ein kleines bisschen größer sollte „der Neue“ werden und eine Untersetzung haben. Und ein bisschen höher, dass man auch mal stehen kann. Eine Spüle wäre nicht schlecht, am liebsten sogar eine Dusche, aber die wurde schnell aus dem Grobentwurf gestrichen und dafür ein Reiseklo auf die Liste gesetzt. All dies ließe sich mit Herrn Lehmann verwirklichen, aber dazu müssten wir das Dach aufschneiden. Never touch a running system lautet unsere Devise, wir können doch Herr Lehmann nicht enthaupten!!! Also entscheiden wir uns für einen Neustart, mit einer Bedingung: Ein Mitsubishi muss es sein, was anderes kommt uns nicht auf den Hof! Unsere Ideen reifen und wir erstehen bald das Grundgerüst: Aus Frankreich holen wir einen L300 Pritschenwagen. Nach einer wilden Fahrt mit Turboausfall steht das Häufchen Elend vor uns und Martin geht direkt mit allem Elan ans Werk: Die Achsen werden ausgetauscht und statt „nur“ einer Untersetzung kommt gleich das gesamte Allradgetriebe rein. Jetzt also doch Allrad? Ja, notgedrungen. Wir hätten auch weiterhin darauf verzichten wollen, allerdings wären wir mit dem Erstehen einer „reinen Untersetzung“ wesentlich teurer gekommen als mit dem Komplettumbau. Wir hatten nämlich Glück und konnten verhältnismäßig günstig ein Spenderfahrzeug erwerben, aus dem alle möglichen Teile ausgebaut und bei „Lui“ – so lautet der Arbeitstitel – eingepflanzt werden. Der Allradumbau dauert bis Februar und wäre ohne Gilbert unmöglich gewesen. Wir danken dir unendlich für deine unermüdliche Unterstützung! Die erste Testfahrt auf dem improvisierten Testgelände besteht er anstandslos. Etliche Stunden Arbeit stecken bereits im Neuen und es sollen noch mehr werden …

Aber wir gönnen uns erstmals seit der Rückankunft gemeinsam ein paar Tage frei: Weihnachten/Silvester machen wir eine Ausfahrt mit Herr Lehmann dem Kleinen und träumen vom Reisen durch unsere wunderschöne Welt.

Frühling 2015

Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen beginnt der Kabinenbau. Auch hier geben wir uns nicht mit 08/15 zufrieden. Es soll etwas besonderes sein, am besten etwas noch nie zuvor dagewesenes. Eine Symbiose aus einem Wohnanhänger und der L300 Pritsche schwebt uns vor. Martin ersteht einen DDR Anhänger Typ Intercamp. Dieser ist völlig runter gerockt und braucht zunächst eine Rundumerneuerung. Und wenn wir von Rundumerneuerung sprechen, dann meinen wir auch Rundumerneuerung: Das Heck wird abgeschnitten und gekürzt, der Boden wird gegen Carbonplatten ausgetauscht. Die Wände sind klitschnass und alle (!!!) GFK – Wände werden geöffnet, entschäumt (dabei holen wir ca. 50 kg Wasser raus), anschließend neu verschäumt und wieder verklebt. Die Dachluke wird verschlossen und an eine andere Stelle versetzt, ein Durchgang zum Fahrerhaus wird geschnitten und eines schönen Tages ist es dann soweit: Es wird Hochzeit gefeiert zwischen Wohnkabine und Fahrgestell. Bis auf ein paar verbesserungswürdige Kleinigkeiten passt alles und der Innenausbau kann beginnen. Eine Küchenzeile wird montiert, Wasser und Strom verlegt, ein Bett (Typ Tetris) wird konstruiert und Fenster eingeklebt. Der gesamte Innenraum wird verkleidet und bekommt langsam aber sicher den Hauch von Wohnlichkeit. Und der Außenanstrich in RAL6018 wird getätigt. „Lui“ erstrahlt jetzt in wunderbar quietistischem Grün und wir haben unsere wahre Freude an der Farbe.
Was hier in wenigen Zeilen abgehandelt wurde, sind übrigens tausende Arbeitsstunden und Martin hat mehr Freizeit in der Halle beim Werkeln und Schrauben verbracht, als zuhause im eigenen Bett. Diese Leistung ist einfach unglaublich und unbezahlbar! Ein ausführlicher Umbaubericht für alle Interessierten folgt, denn wir sind ja noch längst nicht fertig.

Zum Schluss muss aber noch ein neuer Name her und wir taufen ihn auf den Namen „Herr Lehmann der Große“ aka Mr. Pink. Egal ob groß, egal ob klein – wir werden immer Herr Lehmann sein! 🙂 Und wenn du wissen willst, was es mit Mr. Pink auf sich hat, klickst du hier.

Und weil das Reisen so wunderbar vereint, rufen wir spontan das ROT Intercamp aus: Das 1. Radeberger Overlander Treffen! Ausführliche Infos dazu hier im Blog.

Kurz vor dem Sommeranfang ist es auch soweit: Wir machen den TÜV und bekommen unsere Zulassung!!! Herr Lehmann der Große rollt seit dem heutigen Tage wieder über die Straßen – das muss gefeiert werden! Gegen Bierspende führen wir anlässlich der BRN Besichtigungstouren durch – bei Interesse bitte bei uns melden 😉

Ja, und wann kommt nun eigentlich die nächste Reise? Kathi hat einen weiteren Versuch gewagt und hat tatsächlich die Genehmigung für ein Sabbatjahr bekommen. Wir können unser Glück kaum fassen, denn 2017 geht es für uns wieder auf Reise und es wird natürlich auch wieder einen Film geben! Unsere grobe Route steht bereits: Russland – Mongolei (ja, wir haben uns ein kleines bisschen verliebt!) – Kasachstan – Stan Stan Stan – Iran – Türkei. Vielleicht verbinden wir es noch mit einem Abstecher in die VAE und den Oman, aber das werden wir sehen, wenn es soweit ist. 2012 wollten wir ja ursprünglich auch auf dem Landweg nach Indien und dann begann unsere Reise doch in Kanada …

Jetzt heißt es noch zwei Jahre zu arbeiten, zu werkeln und zu schuften, dann kann es in ziemlich genau zwei Jahren losgehen. Das erste Drittel ist schon geschafft! Damit wir die Zeit voll motiviert sind poste auf Facebook unter dem Link, der zu diesem Artikel führt Deinen Motivationsspruch für uns! Unter allen Beteiligten verlosen wir am Montag ein Herr Lehmann Überraschungspaket!

Mit unseren Film „Herr Lehmanns Weltreise – Auf vier Rädern um den Globus“ tingeln wir weiterhin durch Kinos und sind mittlerweile auch als Headliner auf verschiedenen Messen und Treffen aufgetreten und wir haben sogar Autogramme geben müssen, oder besser gesagt dürfen. Es fühlt sich toll an, andere für unser Projekt begeistern zu können und wünschen euch allen die nötige Energie, um eure eigenen Reiseprojekte verwirklichen zu können! Das Wichtigste ist nicht das nötige Kleingeld, wir wir aufgezeigt haben, sondern der Mut überhaupt zu sagen: Ich mache so eine Reise. Und unser Geheimtipp: Termin setzen und darauf hinarbeiten! Einsteigen. Losfahren!

Und an die Hobbylektoren unter euch: Fehler dürft ihr behalten, mein Korrekturleser ist leider heute zu unserem Jahrestag nicht da 😉 Kathi

Neues Reisemobil in Arbeit – L300 4×4 Intercamp

Neues Reisemobil in Arbeit – L300 4×4 Intercamp

Fast ein dreiviertel Jahr ist es nun her, da rollten wir nach zwei Jahren Weltreise wieder in Dresden ein. Und schon treibt uns schon wieder das Reisefieber voran und wir können es gar nicht erwarten, wieder auf Tour zu gehen!

Viel ist in der Zwischenzeit geschehen, um diesen Plan in die Tat umzusetzen! Martins Bruder David ist nun glücklicher Besitzer unseres ersten und einzigartigen Reisemobils „Herr Lehmann“. Er hat viel Freude damit und will auch die verschiedensten Winkel unseres Planeten erkunden.

Doch wir wollen uns nun etwas vergrößern. Ziel ist es, ein Reisemobil zu bauen, welches ein wenig größer, höher und breiter wird, jedoch immer noch in die Kompaktklasse fällt. Und… es MUSSTE wieder ein L300 werden.

Gesagt, getan! Im Juli kauften wir einen L300 2,5td Pritsche mit französischer Zulassung. Dieser wurde nun in mühevoller Handarbeit auf Allrad umgebaut. Warum Allrad? Weil wir Lust auf den Umbau hatten, nicht, weil Allrad unbedingt nötig wäre. Zu diesem Fazit der letzten Reise stehen wir immer noch.

Wir erstanden außerdem einen Intercamp 355l DDR Wohnwagen aus den 80ern. Dieser ist aus GFK-Schaum-GFK Platten gebaut und perfekt gedämmt. Er wurde gekürzt, stabilisiert und befindet sich nun per Vierpunkt Lagerung auf unserem neuen L300!

Noch ist viel zu tun, bis es wieder losgehen kann, doch wir sehen das Ziel schon vor uns!

 

 
Video der ersten Fahrt!