One night in Bangkok … und noch viel mehr

Nun ist es schon über einen Monat her, dass wir Südamerika verlassen haben und nach Asien geflogen sind. Hier ein kurzer Abriss über unsere Zeit, seitdem wir unseren geliebten Herr Lehmann im Hafen von Buenos Aires abgegeben haben.

Von Buenos Aires nach Bangkok – mit einer Flugzeit von 24 Stunden – sind wir insgesamt gut zwei Tage, gefühlt eine Woche unterwegs. Und nachdem wir unser vorläufiges Ziel Bangkok erreicht haben hieß es erstmal ausruhen. Die langen Flüge, Schlafmangel, die Zeitverschiebung von 11 Stunden und die brütende Hitze in der Stadt machen uns in den ersten Tagen zu schaffen. Nachdem wir uns aklimatisiert haben, unternehmen wir kleine Streifzüge durch die pulsierende Hauptstadt Thailands, aber zuviel wollen wir uns noch nicht ansehen, denn ein paar Tage später bekommen wir Besuch von Kathis Eltern und auf uns wartet ein vollen Touri-Sightseeing-Programm. Die Freude am Flughafen ist natürlich riesengroß, als wir uns nach über einem Jahr Weltreise wiedersehen. Im Hotel angekommen heißt es erstmal „Bescherung“ für uns – nachdem wir alles ausgeladen haben, ist bei den beiden ein Koffer leer und unserer zum Platzen prall gefüllt mit Leckereien aus der Heimat, neuen Wasserfiltern und allerlei nützlichem Zeugs für uns 🙂 Sogar ein Stollen und zwei Salamis sind dabei! Weihnachten kann kommen … Doch auch die thailändische Küche ist fantastisch: Wir futtern uns an kleinen Straßenständen durch allerlei Nudel- und Reisgerichte, Suppen, Sushi und Dinge, deren Namen wir nicht kennen. Da wir die thailändische Schrift nicht lesen können, weil diese aussieht wie eine hübsche Bordüre an der Wand, nicht jeder Essensstand Bildchen hat, und wir außer dem Wort für „Reis“ und „nicht scharf“ kein Wort Thai können, ist es meistens eine Überraschung für uns, was letztendlich tatsächlich auf unserem Teller landet. Aber bisher war alles sehr schmackhaft, wenn auch mitunter höllisch scharf. Außerhalb Bangkok wird das Schärfeverständnis allerdings noch einmal neu definiert und wir lernen schnell, dass „nicht scharf“ in Deutschland und Thailand zwei grundsätzlich verschiedene Dinge sind und man sich auch nicht auf „a little bit spicy“ einlassen sollte, wenn man für die nächsten Stunden seine Geschmerksnerven funktionsfähig wissen möchte …

In den zwei gemeinsamen Wochen mit Kathis Eltern unternehmen wir eine Rundreise im Mietwagen. Kathis Vater ist Fahrer. Hier herrscht Linksverkehr … alle fahren auf der falschen Seite. Die spinnen, die Briten! Martin ist der Copilot und passt auf, dass wir nicht doch aus Versehen auf der falschen-richtigen Seite landen. Kathi ist Navigatorin sowie Reiseleiterin und Kathis Mutti hat Urlaub ;-). Wir besichtigen einige der weltberühmten Höhepunkte Thailands: Die alte Königsstadt Ayutthaya, den Geschichtspark von Sukothai, das Elephant Conservation Center bei Lampang sowie den Hellfire Pass in Kanchanaburi. Ein ziemlich straffes Programm für uns und nachdem eine Sehenswürdigkeit die andere gejagt hat, können wir uns zum Abschluss der gemeinsamen Reise am Strand von Hua Hin nochmal so richtig verwöhnen lassen. Aber auch diese schöne Zeit ging viel zu schnell vorbei.

Die Eltern sind mittlerweile wieder in kalten deutschen Landen und bei uns ist wieder Schmalhans der Küchenchef. Obwohl, beklagen können wir uns nicht wirklich. Denn ein kurzer Flug bringt uns in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur und der kulturelle Mix hier ist mehr als nur überwältigend. Und das schlägt sich auch in der Küche nieder: Zum Frühstück essen wir europäisch, zum Mittagessen gibt’s chinesisch, zwischendurch gesunde Snacks wie die leckerste Mango, die saftigste Ananas oder die süßeste Jackfruit der Welt. Die fantastische indische Küche und ein holländisches Bier am Abend runden den kulinarischen Tagesablauf ab. Und das Beste: Im Gegenzug zu Thailand können wir endlich wieder alles entziffern, was auf den Schildern geschrieben steht.

In den nächsten Tagen erwarten wir dann die Ankunft „unseres“ Containerschiffs im Hafen Port Klang und hoffen, bald wieder on the road zu sein, denn mit dem Rucksackreisen können wir uns irgendwie nicht (mehr) wirklich anfreunden. Was gibt es schöneres, als nach einem Tag voller Erlebnisse in einer ganz anderen Welt am Abend im vertrauten, eigenen, sauberen Bett zu liegen und was gibt es besseres, als dass dieses Bett auch noch vier Räder hat!?

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