Die Antworten auf die häufigsten Fragen, die uns bisher zu unserer Reise gestellt wurden.

1. Wie könnt ihr euch das leisten?

Die Antwort ist simpel: Wir haben fleißig gespart. Und zwar an so vielen Stellen wie möglich. Das heißt konkret: Keine teuren Restaurant-, Kino- oder Konzertbesuche, stattdessen haben wir uns mit unseren Freunden privat oder im Park getroffen. Das heißt auch das Fahrzeug teilen, kürzere Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen und unnötige Fahrten vermeiden. Das heißt auch auf Luxus wie Zeitungsabos, Lieferservice und dergleichen zu verzichten. Zudem haben wir wirklich viel gearbeitet – Stichwort Überstunden – und Kathi hat zusätzlich im Fitnessstudio gearbeitet, um weiteres Reisegeld zu verdienen.

2. Wie viel Geld benötigt ihr?

Der Volksmund sagt „Über Geld spricht man nicht, Geld hat man“ … aber wir können guten Gewissens mitteilen, dass wir je nach Reiseland 1000 bis 1300 Euro pro Monat benötigen. Diese Summe umfasst aber auch wirklich ALLE Kosten die für uns beide und das Fahrzeug entstehen: Lebensmittel, Übernachtungs- und Arztgebühren, Kleidung, Eintrittsgelder, Visakosten, Versicherungen, ggf. Flüge und Fähren, Diesel, Reparaturen, Ersatzteile, … usw. Das ist deutlich weniger als wir in Deutschland benötigen würden, so manch einer zahlt diese Summer allein für seine normale Dreizimmerwohnung. Kaltmiete versteht sich :-) Einzige Ausnahme dabei wird unsere Tour durch China im Frühjahr 2014 bilden, denn hier entstehen durch diverse Auflagen seitens China hohe Kosten, um das Land im eigenem Fahrzeug durchqueren zu dürfen.

3. Müsst ihr unterwegs arbeiten?

Jein. Eine Langzeitreise ist kein Urlaub, bei dem man sich nur ausruhen kann. Es gibt immer was zu tun: Fahren und navigieren ist die (fast) tagtägliche Hauptaufgabe. Außerdem müssen wir stetig die nächsten Etappen planen oder auch größere Projekte, z.B. Verschiffungen oder China-Durchquerungen, organisieren. Herr Lehmann bedarf auch seiner regelmäßigen und intensiven Wartungsarbeiten. Martin ist sehr viel mit Aufnahmen und Videoprojekten beschäftigt, während Kathi sich um die tagtäglichen Dinge in unserem Haushalt (oder heißt dass dann Bushalt!?) kümmert.

4. Wie haltet ihr es 24/7 miteinander aus?

Auch diese Antwort ist simpel: Es ist toll mit dem Partner, den man liebt, so viel Zeit wie möglich zu verbringen. Die längst Zeit, die wir auf Reisen getrennt voneinander waren, war der Tag, an dem Kathi nach Uruguay gefahren ist und das war ein richtig komisches Gefühl! Natürlich muss man sich dann und wann mal seine „Freiräume“ schaffen, aber dafür haben wir ja genug Plätze: Hängematte, Campingstühle, Sitzecke, …

5. Werdet ihr nicht reisemüde?

Nein. Wir sind an unsere Langzeitreise nicht wie an einen langen Urlaub herangegangen. Ganz im Gegenteil: Wir müssen uns nicht jede Ruine ansehen, nicht jeden Berg erklimmen und jedes Kloster besuchen. Ein Tempo gemäß „ein Höhepunkt jagt den nächsten“ ist bei zwei Jahren Weltreise nicht durchzuhalten. Eine gewisse Auswahl der Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten reicht uns aus, um einen Querschnitt von einem Land, einer Region oder einer Kultur zu erhalten, denn zu viele Eindrücke auf einmal würden wir nicht verarbeiten können.

6. Wo hat es euch bisher am besten gefallen?

Diese Frage ist nun in der Tat eine schwere, denn jedes Land hat irgendwo seine Reize. Seien es außergewöhnliche Landschaften oder besonders eingängige Begegnungen mit Menschen. Betrachtet man das „Komplettprogramm“, wo wir uns rundum wohl gefühlt haben – also einfaches Reisen, tolle Landschaften, preiswerter Lebensunterhalt – dann kommt dieser Idealvorstellung die USA am nächsten: Campingmöglichkeiten ohne Ende, je nach Wunsch sehr gute Straßen oder tolle Offroad-Strecken, perfekt ausgebaute Infrastruktur, großartig erschlossene Nationalparks, akzeptable Preise für Kraftstoffe und Verpflegung. Aber auch andere Länder, die wir bisher bereist haben, haben ihre ganz individuellen Eindrücke hinterlassen: Die mexikanische Küche, die lebendige indigene Kultur in Guatmala, Peru und Bolivien, die panamaische und kolumbianische Gastfreundschaft, die endlosen Weiten in Chile und Argentinien und die wunderschönen Landschaften in jedem einzelnen Reiseland. Aber noch sind wir ja nicht am Ende unserer Reise und wer weiß, wer weiß was uns noch so alles erwartet.

7. Wo hat es euch überhaupt nicht gefallen?

Wie aus der vorangegangen Antwort zu erfahren ist, hat es uns nirgendwo gar nicht gefallen. Wir haben uns in keinem Land unwohl, unsicher oder nicht willkommen gefühlt. Mitunter war es zwar schwierig einen geeigneten Stellplatz zu finden, aber dank des stetigen Austausches unter Reisenden und Gesprächen mit den Einheimischen haben wir bisher immer einen Platz gefunden, um sicher und wohlbehalten zu übernachten.

8. Welchen Autotyp braucht man?

Wir haben unseren Herrn Lehmann schon länger und sind durch ihn eigentlich erst zum Reisen gekommen. Mit dem Auto wächst die Idee. Natürlich kann man für ein Weltreiseauto auch Hundertausend Euro ausgeben (zum Beispiel für einen Expeditions LKW), aber ob man es braucht, ist eine andere Frage. Unser Herr Lehmann gehört eher in die untere Preiskategorie (1000 – 3000€ bei mobile.de), wurde aber komplett umgearbeitet und mit ordentlich Zusatztechnik Offroad- und Langzeitreisefähig gemacht. Wir trafen aber auch Reisende, die mit normalen Hymer Wohnmobilen, oder einem einfachen Kombi unterwegs sind. Hier weiterlesen …

9. Muss man Mechaniker sein?

Jein … jedoch sind Grundkenntnisse des Autos unerlässlich. Martin ist Hobbymechaniker und repariert so ziemlich alles am Auto selbst, was anfällt. Das reduziert natürlich die Reisekosten erheblich, wenn man nicht für jeden Ölwechsel in die Werkstatt muss. Ein Rad wechseln, Ölstand kontrollieren und auf das Auto HÖREN, sind wichtige Voraussetzungen für eine Fahrt durch unbelebte Gegenden.

10. Ist es nicht manchmal gefährlich?

Hier können wir auch wieder mit einem bestimmten Jein antworten. Natürlich gibt es Regionen, die als „gefährlich“ eingestuft werden. Hört man auf das auswärtige Amt, sollte man ganz Südamerika meiden. Zum Glück hatten wir noch keine gefährliche Situation zu verzeichnen. Kein Überfall, kein Einbruch. Bei den – locker – 30 bis 40 Autoreisenden, die wir unterwegs getroffen haben, gab es vereinzelt diese Zwischenfälle. Auf die Masse gesehen, aber auch nicht viele. Ein Grundgefühl für solche Gegenden muss man erst entwickeln. Kann ich heute Nacht hier stehen? Ist das Auto auf diesem Parkplatz sicher? Muss ich jetzt durch diese dunkle Gasse laufen? Meist entscheidet hier die Intuition, die uns bisher noch nicht getrügt hat. Aus diesem Grund haben wir unsere Route jetzt durch China geplant und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, durch Pakistan und den Iran. Das ist uns im Moment zu unsicher.

11. Und, sonst so?

Nicht lange quatschen, einfach machen :-)

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